Spanien: Hohe Lebenserwartung – Warum Spanier länger leben

Spanien mediterrane Diät GazpachoMediterrane Diät: Spaniens berühmte Gemüsesuppen helfen, gesünder zu leben. Laut Statistik haben Spanier die zweithöchste Lebenserwartung Europas. (Bild: SpanienLive.com)

SPANIEN LIVE – 05.06.2019 – „Vielleicht liegt es am Gazpacho“, sinnierten die Experten jener globalen Studie, die zu folgendem Ergebnis kam: „Spanien ist das gesündeste Land der Welt.“ Der Gazpacho, diese berühmte erfrischende Gemüsesuppe des Landes, scheint fast so etwas wie Spaniens Zaubertrank zu sein. Ein Nationalgericht, das meist als Vorspeise aufgetischt wird und von vielen Spaniern nicht nur im Sommer regelmäßig gelöffelt oder auch getrunken wird.

Diese magische Gemüsekreation kommt ursprünglich aus dem südspanischen Andalusien und lässt sich kinderleicht herstellen: Man muss nur frische Tomaten, Paprika und Gurken mithilfe einer Küchenmaschine kalt pressen, mit einem Schuss Olivenöl und einer Prise Salz veredeln – und fertig ist Spaniens Gesundheitsrezept Nummer eins.

Aber der hohe Gazpacho-Konsum ist nicht der einzige Grund, warum die Fachleute des globalen US-Medienkonzerns Bloomberg das spanische Königreich im Jahr 2019 zum globalen Gesundheitsvorbild kürten. In das Ranking des Healthiest Country Index, in dem 169 Länder verglichen wurden, flossen nicht nur Ernährungstraditionen wie etwa Spaniens mediterrane Diät ein. Sondern zum Beispiel auch die ärztliche Versorgung, die in Spanien ebenfalls als sehr gut gewertet wird.

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez jubelte nach der Bestnote im Bloomberg-Index: „Die mediterrane Diät und unser Gesundheitssystem sind einige jener Punkte, die der Healthiest Country Index 2019 positiv bewertet.” Und er animierte die Spanier, auch im Zeitalter der Schnellimbisse und industriellen Fertiggerichte auf diesem gesunden Weg fortzuschreiten.

In Sachen langes Leben schneiden die Spanier übrigens ebenfalls mit sehr guten Noten ab. Nach den Eurostat-Zahlen aus dem 2017 werden Spanier im Schnitt 83,4 Jahre alt. In Europa leben nur die Schweizer ein klein wenig länger, sie kommen auf durchschnittlich 83,7 Jahre. Weltweit haben nach der globalen Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lediglich die Japaner noch eine geringfügig höhere Lebenserwartung.

Dass die Mittelmeerdiät, zu der viel Gemüse, Obst, Fisch, Reisgerichte und natürlich Olivenöl gehören, eine nicht unwichtige Rolle spielen, um fit zu bleiben, wird auch durch Platz zwei des globalen Bloomberg-Gesundheitsrankings unterstrichen. Dort platzierten die Analysten ein weiteres Mittelmeerland, und zwar Italien, in dem die mediterrane Küche ebenfalls gepflegt wird.

Die Mittelmeerdiät wurde übrigens schon 2013 von der Unesco als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Und zwar nicht nur wegen ihrer langen Tradition und segensreichen Ernährungseigenschaften. Sondern auch, weil zur mediterranen Speisekultur die südeuropäische Geselligkeit und Lebensfreude gehört. „Das gemeinsame Essen ist eines der Fundamente der Identität und des kulturellen Fortbestehens der Gesellschaften am Mittelmeer“, schreibt die Unesco.

„Die Mittelmeerdiät ist viel mehr als eine gesunde gastronomische Empfehlung“, bekräftigt Spaniens Fremdenverkehrsamt. „Sie ist ein Lifestyle.“ Und zu dieser Lebensphilosophie gehören, so heißt es weiter, nicht nur Diätregeln, sondern auch das Entspannen und Genießen. Eine Lebenskunst, die man in Spanien in der Tat besonders gut beherrscht. Ralph Schulze

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