Spanien Tourismus Statistik 2017

Spanien Tourismus: In 2017 kamen so viele Urlauber wie noch nie. Auch wenn es zunehmend voller wird: Es gibt noch immer einsame Plätzchen, um einen schönen Sonnenaufgang zu beobachten. (Bild: SpanienLive.com)

SPANIEN LIVE – 03.02.2018 – „Wir sind eine Weltmacht in Sachen Tourismus“, freut sich Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy. Die Zahlen geben ihm Recht. Mit knapp 82 Millionen ausländischen Urlaubern im vergangenen Jahr schob sich das spanische Königreich auf Platz zwei der weltweit beliebtesten Reiseziele. Unter dem Strich kamen in 2017 insgesamt neun Prozent mehr Urlauber als in 2016, teilte Spaniens Statistikamt INE mit.

Eine stolze Bilanz für die Spanier, für welche der boomende Tourismus zum wichtigsten Wirtschaftsstandbein der Nation geworden ist. Zwölf Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts werden bereits durch das Urlaubsgeschäft erwirtschaftet – und es ist kein Ende dieses Hochs in Sicht: Sonne, Strand und die reichhaltige iberische Kultur ziehen jedes Jahr immer mehr Menschen an.

Nur Frankreich mit annähernd 88 Millionen Besuchern ist noch beliebter. Doch wenn Spaniens touristische Entwicklung weiterhin so große Sprünge macht, könnte sich auch dies noch ändern. „Spanien kann auf 100 Millionen Urlauber im Jahr kommen“, prophezeit Zurab Pololikashvili, Generalsekretär der Welttourismusorganisation.

Mit dem neuen Feriengäste-Rekord verdrängt Spanien sogar die Tourismus-Großmacht USA auf Platz drei der globalen Rangliste. Die US-Regierung legte zwar noch keine abschließende Statistik für 2017 vor. Doch Washington bestätigt schon die Tendenz – und die ist negativ. Insofern weiß man, dass die Urlauberzahl in den USA in 2017 hinter der des Vorjahres zurückblieb, als noch knapp 77 Millionen Besucher kamen.

Das kräftige Urlauberplus in Spanien lässt die Kassen klingeln: 87 Milliarden Euro gaben die ausländischen Touristen in 2017 im Land aus, berechneten die Statistik. Das sind üppige zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hoteliers und Gastronomen reiben sich die Hände. Auch für den hochverschuldeten Staat ist dies ein Segen. Denn wenn es Spaniens Wirtschaft – die in 2017 um 3,1 Prozent wuchs – besser geht, sprudeln die Steuereinnahmen.

Auffallend ist, dass seit Jahren die Briten die Liste der Spanienurlauber anführen. Daran hat weder die Brexit-Entscheidung noch die Abwertung des britischen Pfundes – die den Urlaub für die Briten teurer macht – etwas geändert. Knapp ein Viertel aller Spanien-Besucher kommen aus Großbritannien.

Mit großem Abstand folgen die Deutschen, die immerhin noch knapp 15 Prozent der Urlauber stellen. Nur auf Mallorca geben die Germanen wie sonst keine andere Nation den Ton an. Mehr als 40 Prozent aller Mallorca-Touristen kommen aus „Alemania“.

Während die Besucherzahl aus Großbritannien und Deutschland eher moderat wächst, schwillt der Strom der Reisenden aus einigen anderen Ländern in zweistelliger Höhe an: Aus den USA kamen 32 Prozent mehr Touristen nach Spanien, aus der Schweiz 21 Prozent und auch bei den Russen verzeichnete man ein Plus von 14 Prozent.

Mehr als 8000 Kilometer Küste, durchschnittlich 300 Sonnentage, 46 Monumente und Altstädte, die zum Weltkulturerbe gehören: Dies sind starke Argumente, die offenbar in der Reisewelt nicht ohne Eindruck bleiben.

Aber da ist noch etwas, stellte Spaniens König Felipe dieser Tage fest: Die Spanier seien einfach ein nettes Volk. „Wir sind“, meinte Felipe, „offene, freundliche und einladende Menschen, die gerne ihre Leidenschaft für das Leben teilen.“ Ralph Schulze

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