Tourismus - Statistik 2014

Tourismus in Spanien: Wer es einsam liebt, wie hier in einer abgelegenen Bucht an der Costa Blanca, findet abseits der bekannten Strände immer noch viel Ruhe. (Bild: SpanienLive.com) 

SPANIEN LIVE - 22.01.2015 - Noch nie kamen so viele ausländische Urlauber nach Spanien: Rund 65 Millionen Touristen wurden 2014 gezählt – ein historischer Rekord. Das boomende Urlaubsgeschäft mit einem Plus von mehr als sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr ist Spaniens Lokomotive. Das Tourismuswunder treibt Spaniens Konjunkturmotor an, der nach Jahren der Krise endlich wieder ansprang. Die Tourismusindustrie sorgt nach Angaben der Regierung für elf Prozent der gesamten nationalen Wirtschaftsleistung und zwölf Prozent aller Arbeitsplätze.

Die spanische Wirtschaft wuchs in 2014 um geschätzte 1,4 Prozent, für das noch junge Jahr 2015 werden sogar mehr als zwei Prozent vorausgesagt. Damit liegt Spanien sogar noch über dem durchschnittlichen Wachstum im Euro-Raum.

Dies bringt auch für den angespannten Arbeitsmarkt eine leichte Entlastung: Mit einer Arbeitslosenquote von knapp 24 Prozent - bei den unter 25-jährigen 52 Prozent - ist Spanien zwar zusammen mit Griechenland noch EU-Schlusslicht. Doch immerhin wurden im abgelaufenen Jahr mehr als 400.000 neue Arbeitsplätze geschaffen - viele dank des Touristenbooms.

Die Briten sind übrigens jenes Volk, das am meisten auf Spanien fliegt: Jeder fünfte fremde Tourist stammt aus Großbritannien. Das zweitstärkste Urlauberkontingent unter der iberischen Sonne stellen neuerdings die Franzosen, die erstmals die Deutschen überholt haben. Erst auf dem dritten Platz kommt Deutschland, von wo aus knapp 10,5 Millionen oder 16 Prozent aller ausländischen Touristen kommen.

Bemerkenswert ist, dass das auch im Winter milde Spanien in den skandinavischen Ländern besonders beliebt ist: Immerhin fünf Millionen Menschen flohen aus diesen kühlen nördlichen Staaten in die Sonne, was die Skandinavier zur viertgrößten Besuchergruppe Spaniens macht. Die Schweizer zeigen sich ebenfalls auffallend reiselustig: Der Touristenstrom aus dem Alpenland Richtung Süden wuchs um üppige zehn Prozent.

Die Spanienliebe der Russen, die in den letzten Jahren immer zahlreicher die Hotels bevölkerten und Ferienhäuschen kauften, hat derweil einen ziemlichen Knacks bekommen, bricht sogar von Monat zu Monat tiefer ein. Vor allem weil der russische Rubel gegenüber dem Euro zunehmend an Wert verliert. Was den Urlaub im Euroraum für die Russen plötzlich sehr teuer macht. Deswegen reisen sie plötzlich lieber nach Ägypten und in die Türkei.

Doch dies scheint bisher für Spaniens blühende Tourismuswirtschaft verkraftbar zu sein, zumal sich auch die heimische Urlaubslaune verbessert hat: Viele Spanier konnten sich in den letzten Jahren keine Ferienreise leisten, weil die tiefe Wirtschaftskrise große Löcher in die Familienkasse geschlagen hatte. Nun erobern die spanischen Bürger wieder ihre Strände zurück.

Die beliebteste Urlaubsregion Spaniens sind übrigens weder die Balearischen Inseln mit Mallorca noch die Kanaren. Sondern das Reiseziel Nummer eins war 2014 Katalonien mit der Costa Brava und der atemberaubenden Metropole Barcelona. Jeden vierten Spanien-Urlauber, insgesamt fast 17 Millionen Touristen, zog es in diese nordöstliche Mittelmeerregion. So dass man sich vorstellen kann, dass die von den Katalanen vorangetriebene staatliche Unabhängigkeit wirtschaftlich für Spanien ein schwerer Schlag sein würde. Ralph Schulze

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