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Stier toetet Torero in Spanien

Dieser Stier tötete den Torero Víctor Barrio in der Stierkampfarena in der spanischen Stadt Teruel. (Bild: Screenshot TVE)

SPANIEN LIVE - 11.07.2016 - Es war das blutigste Stierkampf-Wochenende in Spanien seit Jahrzehnten: Drei Menschen wurden bei verschiedenen Stierspektakeln im Land getötet. Eines der Opfer ist ein professioneller Torero, der am 09. Juli 2016 beim Stierkampf in der ostspanischen Kleinstadt Teruel von einem Kampfbullen tödlich verletzt wurde. Der Stier bohrte in der Arena dem 29-jährigen Torero Víctor Barrio ein Horn direkt ins Herz.

Zwei weitere Tote gab es bei Stierhatzen in den Orten Pedreguer an der Costa Blanca und im westspanischen Dorf Fuentesaúco. In Pedreguer wurde ein Mann von einem Bullen, der durch die Gassen getrieben wurde, aufgespießt. Ein Horn durchbohrte seine Brust, der Mann starb Minuten später. In Fuentesaúco durchbrach bei einer Stierhatz ein Bulle das Absperrgitter und verletzte einen Zuschauer tödlich. Im vergangenen Jahr 2015 waren im ganzen Land mindestens 12 Menschen bei Stierhatzen, die in tausenden Dörfern zur Festtradition gehören, umgekommen.

Auch bei den berühmten Stiertreiben in der nordspanischen Stadt Pamplona, die vom 7. bis zum 14. Juli jeden Morgen stattfinden, gibt es regelmäßig viele Verletzte und manchmal auch Tote. Seit dem Jahr 1910, als Chronisten begannen, die Zahl der Opfer in Pamplona zu dokumentieren, wurden während der Stiertreiben in Pamplona mindestens 16 Menschen getötet - das letzte Todesopfer gab es im Jahr 2009.

Spaniens Toreros haben in letzter Zeit wenig zu Lachen. Ihnen weht der Wind kräftig ins Gesicht. In immer mehr spanischen Regionen werden Stierkämpfe verboten. Oder es werden die öffentlichen Subventionen gestrichen, mit denen die umstrittene Stierkampftradition am Leben gehalten wird. Auch werden die Stierfiestas zunehmend von Protesten der internationalen Tierschutzbewegung begleitet.

Zudem mehrten sich in den letzten Monaten schwere Torero-Unfälle in der Arena: Im Jahr 2015 wurden drei bekannte Stierkämpfer in der Arena von Kampfbullen schwer verletzt - darunter die berühmten Matadoren Fran Rivera und Miguel Ángel Perera. Nun verlor ihr Kollege Víctor Barrio sein Leben beim Stierkampf in Teruel. Barrio zählte nicht noch nicht zu den ganz großen Toreros, galt aber als talentiert und trat in Arenen des ganzen Königreichs an.

Tödliche Unfälle mit professionellen Stierkämpfern sind in Spanien selten. Die letzten Toten in der Arena gab es 1992, als zwei „Banderilleros“, wie die Helfer der Toreros heißen, auf Stierkampfplätzen von Bullen getötet wurden. Zuvor war im Jahr 1985 der 21-jährige Torero José Cubero bei einem Stierkampf umgekommen. 1984 starb Spaniens Stierkampflegende Francisco Rivera („Paquirri“) beim Duell mit einem Bullen, der ihn mit einem Hornstoß tödliche Verletzungen zufügte.

Die Zahl der Stierkampfveranstaltungen geht in Spanien weiter zurück. Im Jahr 2015 wurden im ganzen Königreich nur noch 1736 Stierkämpfe organisiert. Nach der Statistik des spanischen Kulturministeriums waren es im Jahr 2010 noch 2422 Kämpfe. Hinzu kamen in 2015 16.383 Dorffeste, bei denen Stiere auf einer abgesperrten Strecke freigelassen und von einer Menschenmeute gehetzt werden.

Es gibt zwar immer weniger Stierkämpfe, aber die Zahl der Stier-Dorffeste („festejos populares“), bei denen Stiere gepeinigt werden, sind in den letzten Jahren mehr geworden. Mancherorts werden den Stieren bei diesen Dorf-Volksfesten Feuerkugeln an den Hörnern befestigt. An der Küste werden sie zuweilen ins Hafenbecken getrieben. Oder die Bullen werden einfach zur Volksbelustigung bis zur Erschöpfung durch die Straßen gejagt. Soweit die Tiere nicht schon während dieser Tortur sterben, enden sie anschließend im Schlachthaus. Ralph Schulze

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