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Spanien Jagdhunde Galgos in Not

Das Drama der Jagdhunde in Spanien: Tausende spanische Windhunde, die Galgos, werden nach der Jagdsaison von ihren Besitzern verstoßen. (Bild: Guardia Civil)

SPANIEN LIVE - 15.04.2018 - Wenn die Jagdsaison in Spanien zu Ende geht, dann haben spanische Tierschützer besonders viel zu tun. Denn dann beginnt das Leiden für viele spanische Windhunde, die Galgos, die zur Jagd eingesetzt und nach Ende der Saison von ihren Besitzern fortgejagt oder sogar getötet werden. Jedes Jahr erleiden tausende dieser sehr schnellen Hunde dieses Schicksal. Aber es sind nicht nur Galgos, die verstoßen werden: Jagdhunden anderer Rassen, wie etwa den Podencos, ergeht es kaum besser.

Tierschutzvereine wie zum Beispiel die spanische Bewegung „No a la Caza con Galgos – Nein zur Jagd mit Galgos“ (NAC) schätzen, das in Spanien jedes Jahr 50.000 Jagdhunde von ihren Besitzern verstoßen werden – offizielle Zahlen gibt es jedoch nicht. In Spanien wie in ganz Europa wachsen die Proteste gegen diese Misshandlung. Die Tierschützer fordern, die Jagd mit Galgos in Spanien zu verbieten.

„Spanien ist das einzige EU-Land, in dem die Jagd mit Galgos noch erlaubt ist“, kritisiert ein NAC-Sprecher. „In anderen europäischen Staaten ist dies schon vor Jahrzehnten verboten worden.“ Die spanischen Tierheime seien überfüllt – mit Galgos, aber auch mit anderen Hunderassen.

Bei der Rettung spanischer Galgos helfen internationale Organisationen mit: „Viele Hunde, die in Spanien kein neues Zuhause finden, müssen ins Ausland vermittelt werden“, heißt es beim NAC. In der Tat werden tausende Galgos jedes Jahr von ausländischen Tierfreunden und privaten Hilfsvereinen nach Deutschland, Österreich, in die Schweiz oder andere Länder geholt. Oft sind es Urlauber, die im Flugzeug oder im Auto auf der Ferienheimfahrt einen Galgo mitbringen.

Doch nicht alle Galgos, die bei der Jagd ausgedient haben, weil sie nicht mehr schnell genug sind, können gerettet werden. Nicht wenige werden von den Jägern getötet – zuweilen auf quälerische Weise, berichtet die Plattform NAC. Wie viele Jagdhunde von ihren jagenden Besitzern per Todesschuss oder auf andere Art getötet werden, weiß niemand genau. Spaniens Umweltpolizei Seprona registriert jedes Jahr hunderte Fälle von Galgo-Misshandlungen aller Art – doch die Dunkelziffer dürfte hoch sein.

Der Beweis dafür, dass sich viele Jäger ihrer Galgos entledigten, liege auf der Hand, berichtet der NAC. „Es ist unmöglich, bei einem Jäger einen Galgo in fortgeschrittenem Alter zu finden.“ Wenn die Hunde vier oder fünf Jahre alt seien, würden sie für die Jagd als nutzlos angesehen – ihr Schicksal sei damit besiegelt. Unter normalen Umständen können diese stolzen Tiere bis zu 15 Jahre alt werden.

„Der Galgo ist die am meisten misshandelte Hunderasse in Spanien“, sagt die deutsche Aktivistin Martina Szyszka. Sie macht die deutsche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die spanische Tierschutzplattform „La Tortura no es Cultura“ (Die Quälerei ist keine Kultur). Szyszka beklagt: „Die wenigsten Misshandlungsfälle werden aufgeklärt.“ Der Tierschutz habe im Spanien der Stierkämpfe leider bis heute keinen großen Stellenwert. In der Tat werden in Spaniens Bürgerlichem Gesetzbuch Tiere bisher immer noch als „Sachen“ und nicht als Lebewesen definiert.

Die Galgos werden in Spanien vor allem zur Hasenjagd eingesetzt. Dabei werden diese Windhunde, die bis zu 70 Stundenkilometer schnell sind, im offenen Gelände auf Hasen angesetzt. Eine Hetzjagd, bei der die Beute meist vom Galgo geschnappt und erlegt wird – also ohne dass ein Schuss fällt. Nicht selten wird diese Hasenjagd auch in Form von Wettbewerben praktiziert, bei denen der schnellste oder eleganteste spanische Windhund prämiert wird.

Doch der Protest wird zunehmend lauter: In einer Petition namens „Galgo Massaker“ an das Europäische Parlament fordern Tierschützer die EU-Politiker auf: „Beenden Sie die Jagd mit Galgos in Spanien.“ Die internationale Petition auf der Webplattform Change.org hatten im April 2018 bereits mehr als 137.000 Menschen unterschrieben. Ralph Schulze

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