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Kathedrale_Palma_de_Mallorca

Die Kathedrale in Palma de Mallorca ist einen Besuch wert. Vor allem am Morgen, wenn das Sonnenlicht geheimnisvolle bunte Reflexe auf die Wände wirft. (Bild: ftm)

SPANIEN LIVE - Auf Mallorca gibt es mehr als Ballermann und Party – zum Beispiel eine eindrucksvolle Kathedrale. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Besonders schön ist es morgens, wenn das Sonnenlicht an der Ostseite durch die große bunte Glasrosette ins Kircheninnere fällt.

Weithin sichtbar thront die Kathedrale nah am Meer und bietet mit ihren vielen Türmchen und gotischen Verzierungen ein hübsches Bild. Abends spiegelt sie sich erleuchtet im davor angelegten See. Wie so viele Kathedralen in Spanien wurde auch der Tempel „La Seu“, was Bischofssitz heißt, auf den Trümmern einer Moschee errichtet. Die Bauzeit der insgesamt drei Kirchenschiffe – vom 13. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts – war nicht eben kurz und so zeigen sich Spuren aller architektonischen Stile.

Ein schweres Erdbeben beschädigte die Kirche im Jahr 1851 - Danach wurde die Kathedrale mehrfach umgebaut

Bei einem schweren Erdbeben am 15. Mai 1851 wurde das Gotteshaus beschädigt und anschließend in einem düsteren neugotischen Stil restauriert, was so wenig gefiel, dass man 1902 den katalanischen Architekten und Jugendstil-Künstler Antoni Gaudí beauftragte, sich der Kathedrale anzunehmen. Nach zwölf Jahren und verschiedenen Umbauten und Veränderungen, kam es zwischen Gaudí und der Kirchenleitung ganz unchristlich zu Meinungsverschiedenheiten. Schließlich zog sich der Meister zurück.

Anfang 2011 wurde ein riesiges Wandbild restauriert, das Gaudí und sein Kollege Jujol 1909 für die „Capilla Real“ (Königskapelle) angefertigt haben und dessen Pflanzenmotive nun wieder in neuem Licht erstrahlen. Im Februar 2007 war die neue Dekoration der Petruskapelle im rechten Seitenschiff eingeweiht worden: Der auf Mallorca geborene und international gefeierte Künstler Miquel Barceló hat die wundersame Vermehrung von Fischen und Brot sowie die Verwandlung von Wasser in Wein gestaltet und auf große Keramikplatten brennen lassen.

Das Gotteshaus wird wegen des reizvollen Spiels der Sonnenstrahlen auch Tempel des Lichts genannt

Heute finden 18.000 Menschen Platz im „Tempel des goldenen Lichts“, wie „La Seu“ zuweilen genannt wird – auch weil die durch das östliche bunte Fenster einfallende Morgensonne reizvolle Lichtspiele auf die gegenüberliegende Wand wirft.

Ein besonderes Ereignis ist der morgendliche Lichteinfall durch die riesige Glasrosette am 2. Februar und 11. November. Dann sieht man zwischen 7 und 8 Uhr einen fast perfekten Rosettenreflex unterhalb des gegenüberliegenden kleineren Rundfensters an der Westfassade.

In einem bestimmten Moment, wenn der Reflex unter dem Rundfenster steht, formen Fenster und Lichtreflex so etwas wie eine acht - das Zeichen für Unendlichkeit. Das ist kein Zufall: Die Baumeister haben die Orientierung der Kathedrale genau berechnet.

Am Tag der Wintersonnenwende (21. oder 22. Dezember) findet ein weiteres „Lichtwunder“ statt, das man am dahinterliegende Kunstmuseum „Es Baluard“. beobachten kann. Dann fällt das Sonnenlicht durch die große Rosette, tritt durch das Rundfenster wieder aus und der Reflex beleuchtet das Museum. Diese Buntglas-Rosette gilt mit über 12 Metern Durchmesser als eine der größten der Welt (oft heißt es, es sei die größte, aber jene im Straßburger Münster misst 15 Meter und ist ebenfalls gotisch).

Der düstere Gesang der Sybille, der am Heiligabend aufgeführt wird, ist Weltkulturerbe

Große Anziehungskraft hat auch die Christmette am Weihnachtsabend: Dann singt eine Frau oder ein Kind in der Kathedrale eine düstere Weissagung über das Ende der Welt. Dieses „Gesang der Sybille“ genannte Ritual ist eine ursprünglich heidnische Tradition aus dem Mittelalter und wurde von der Unesco zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt.

Am Heiligen Abend finden in der Kathedrale üblicherweise um 15.30 Uhr und 17 Uhr ökumenische Gottesdienste auf Deutsch statt, zu denen regelmäßig tausende deutschsprachige Besucher kommen.

Geöffnet wird die Kathedrale morgens um 8 Uhr zum Gottesdienst, für den Tourismus ab 10 Uhr, touristische Besucher müssen einen kleinen Eintritt bezahlen. Jeweils am 2.2. und 11.11. werden die Pforten um 7 geöffnet. Ein Video zum Lichtspektakel in der Kathedrale finden sie hier. Clementine Kügler

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