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Sagrada Familia - Barcelonas berühmtes Bauwerk: Die Basilika von Gaudí. (Bild: tur) 

SPANIEN LIVE Reisetipp Es ist wohl Europas berühmteste Baustelle: Die Basilika „Sagrada Familia“ (Heilige Familie), welche im Zentrum der katalanischen Hauptstadt Barcelona in den Himmel wächst. Ein 120 Meter hoher Tempel, der noch lange nicht beendet ist. Doch schon jetzt gilt das Gotteshaus des Architekten Antoni Gaudí, dessen Bau vor über hundert Jahren begonnen wurde, als eines der genialsten Kirchenbauwerke der Welt. Offiziell ist es keine Kathedrale, auch wenn das mächtige Gebäude von vielen Menschen so bezeichnet wird.

Das Hauptschiff ist fertig, der Altar des berühmtesten Tempels Spaniens poliert. Mehr als ein Jahrhundert nach Beginn der Arbeiten können im 90 Meter langen Hauptgewölbe des Gotteshauses, das von der Unesco bereits 2005 zum Weltkulturerbe ernannt wurde, Messen gehalten werden.

Ein Tempel, dessen Bau allein mit Spenden und Eintrittsgeldern finanziert wird – Das meistbesuchte Monument Barcelonas

 Der Förderverein finanziert den Sakralbau übrigens allein mit Spenden, Eintrittsgeldern und dem Verkauf von Souvenirs. Etwas mehr als 20 Millionen Euro kommen so jedes Jahr in die Kasse. Genug, um das Jahrhundertbauwerk weiter wachsen zu lassen. Aber zu wenig, um die kreative Riesenkirche zügig zu Ende bauen zu können. So wird die Ruhe des Tempels wohl noch viele Jahre von Baulärm gestört werden. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2026 geplant.

Mehr als zwei Millionen Touristen kommen jedes Jahr, um das Wunderwerk von Antoni Gaudí zu bestaunen. Die „Heilige Familie“ ist das meistbesuchte Monument Barcelonas und so zum Wahrzeichen der Mittelmeermetropole im Nordosten Spaniens geworden. Die „Sagrada Familia“ soll nicht nur „ein Treffpunkt der Religiosität“ sein, erklärt der Förderverein. Sondern auch Begegnungsstätte „der Kunst und Kultur“ und eines „würdevollen Tourismus“.

Eine „Sandburg“, die nicht immer allen gefiel – Früher war Gaudí umstritten, heute gilt er als genialer Architekt

Die Basilika ist ein eigenwilliger und reichlich dekorierter Steintempel, der zuweilen an eine gigantische Sandburg erinnert. Der in der Vergangenheit immer wieder Konflikte mit Vertretern der traditionellen Baukunst heraufbeschwor, die sogar den Abriss dieses „Monstrums“ forderten. Gaudís Architektur ignoriert weitgehend die klassischen Baustile, unterwirft sich vor allem der Natur. Säulen und Türmchen wachsen wie Bäume in die Höhe, überall wuchern Äste, Blätter und Pflanzenornamente. „Alles fließt“, beschrieb Gaudí seinen ureigenen Baustil.

Kirchenarchitekt Antoni Gaudí, der als einer der genialsten, kreativsten und verrücktesten Baumeister des letzten Jahrhunderts gilt, war in seiner Zeit alles andere als populär. Missverstanden vom Volk, das seinen unkonventionellen Kirchenbau wie auch andere Gaudí-Gebäude als „steinerne Missgeburten" beschimpfte, lebte er zuletzt in Lumpen gehüllt in seinem Gotteshaus wie ein Einsiedler. Widmete sich, nur von einigen Gönnern gestützt, seinem Tempelbauwerk, das er „Kirche der Armen“ taufte.

Das unermüdliche Schaffen des 1852 geborenen Gaudís endete 1926 nach einem schweren Unfall - er wurde, nicht weit von seiner Kirche entfernt, von einer Straßenbahn überfahren und starb kurz darauf im Armenhospital Barcelonas.

Weitere Informationen über die „Sagrada Familia“, zu Öffnungszeiten, Messen und Eintrittspreisen gibt es auf der Webseite der Basilika. Man kann übers Internet auch Eintrittstickets kaufen und vermeidet so lange Warteschlangen vor den Kassenhäuschen. Ralph Schulze

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