Steuer - Informationsaustausch

Der Informationsaustausch zwischen den Finanzämtern in Spanien und Deutschland nimmt zu - und damit auch das Risiko, dass nicht versteuerte Einkünfte entdeckt werden. (Bild: ze)

SPANIEN LIVE - 31.10.2014 - Ein wesentlicher Bestandteil des Kampfes gegen internationale Steuerhinterziehung ist der verstärkte Informationsaustausch zwischen den Staaten. Die öffentliche Aufmerksamkeit richtet sich auf den automatischen Austausch im Bereich der Kapitaleinkünfte, welcher durch die geänderte EU-Zinsrichtlinie bezüglich der erfassten Einkünfte (etwa bestimmter Finanzinstrumente und Lebensversicherungen) und Staaten (Einbeziehung von Luxemburg und später auch Österreich) erneut ausgeweitet wird. Weniger beachtet wird das neue EU-Amtshilfegesetz, nach welchem nun auch Informationen zu anderen Einkünften ausgetauscht werden. Was das in der Praxis bedeutet, verdeutlicht das Beispiel Spanien.

Steuerbetrug

Bei Messi geht es nicht nur um ein paar Euro, sondern um Millionen, die er hinterzogen haben soll. (Bild: ze)

SPANIEN LIVE - 21.06.2013 - Langsam aber sicher wird es für den argentinischen Weltfußballer Lionel Messi ungemütlich in Spanien. Schon seit Wochen durchleuchten spanische Steuerfahnder seine Vermögensverhältnisse. Weil sie den Verdacht haben, dass der Stürmerstar des aktuellen spanischen Meisters FC Barcelona Einnahmen in Millionenhöhe am Fiskus vorbeischleuste. Damit befindet er sich in der schlechten Gesellschaft weiterer mutmaßlicher prominenter Steuerschummler, denen Spanien den Kampf ansagte.

FinanzamtWebseite des spanischen Fiskus: Dort kann auch das Vermögen im Ausland gemeldet werden. (Repro: ze)

SPANIEN LIVE Service – Das spanische Finanzamt erhöht den Druck auf ausländische Residenten und auf Spanier, die im Ausland Vermögen haben. Von 2013 an müssen Immobilien, Vermögensanlagen, Lebensversicherungen und private Rentenpläne im Ausland, die einen Wert von mehr als 50.000 Euro haben, dem spanischen Fiskus mitgeteilt werden. Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, dem droht die Finanzbehörde mit empfindlichen Geldstrafen. Angesichts des wachsenden Informationsaustausches der europäischen Behörden sind die Bürger aus dem deutschsprachigen Ausland also gut beraten, Geldanlagen und Auslandsvermögen zu sichten und gegebenenfalls mit einem Steuerexperten zu sprechen.