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Mallorca Terror Festnahme

Festnahme in Palma: Die Polizei setzte einen Terrorverdächtigen fest, der in Verbindung zur Terror-Organisation IS gestanden haben soll. (Bild: Policía Nacional)

SPANIEN LIVE - 20.04.2016 - Nach der Festnahme eines Terrorverdächtigen auf Mallorca (am 19.04.2016) und Berichten über eine potenzielle Terrorgefahr an südeuropäischen Stränden bemüht sich Spanien, die Touristen zu beruhigen: „Mallorca ist ein sicheres Reiseziel“, erklärte die Regionalregierung der Balearischen Inseln, zu denen auch Mallorca gehört. Dass der mutmaßliche Dschihadist in der Inselhauptstadt Palma festgenommen worden sei, zeige, dass die spanische Polizei wachsam sei und die verschärften Sicherheitsmaßnahmen greifen.

Spaniens Regierung rief die Bevölkerung und die Urlauber auf Mallorca auf, Ruhe zu bewahren und versuchte die Wogen der Aufregung zu glätten: „Mallorca ist kein Terrorziel“, versicherte Teresa Palmer, Statthalterin der spanischen Zentralregierung auf den Balearen. Diese Aussage fußt offenbar darauf, dass bei dem Festgenommenen keine konkreten Terrorpläne gefunden wurden.

Aus Spaniens Innenministerium verlautete jedoch, der mutmaßliche Terrorist sei bereit gewesen, „bei der Ausführung von terroristischen Aktionen auf spanischem Territorium und in anderen europäischen Ländern“ zu helfen. Mit der Festnahme sei „eine direkte Bedrohung eliminiert“ worden.

Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der festgenommene 26-jährige Marokkaner in den sozialen Netzwerken Kämpfer für die IS-Terrormiliz in Syrien und Irak angeworben und im Internet zu Terroranschlägen aufgerufen. Bei dem Festgenommenen soll es sich um einen Einzeltäter auf Mallorca handeln, der noch keine Terrorzelle oder anderweitige Infrastruktur aufbauen konnte.

Zu unbestätigten Berichten, dass Terroristen in diesem Sommer südeuropäische Strände ins Visier nehmen wollten, sagte der spanische Innenminister Jorge Fernández Díaz: Spanien habe „angemessene Maßnahmen“ ergriffen, um dieser Gefahr zu begegnen. Im Juni 2015 hatte ein Terrorist in der tunesischen Urlaubshochburg Sousse am Strand und in einem Hotel 38 Europäer erschossen. Danach waren auch auf Mallorca die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden, was sich in größerer Polizeipräsenz auf der Insel widerspiegelt.

Minister Fernández Díaz verwies darauf, dass in Spanien seit dem Terrorangriff in Tunesien die Alarmstufe vier - die zweithöchste von fünf Terror-Warnstufen - gilt. Bei dieser Alarmstufe wird von einem „hohen Attentatsrisiko“ im ganzen Land ausgegangen. In anderen europäischen Ländern wird die aktuelle Terrorgefahr ähnlich eingeschätzt. Auf dieser Gefahrenstufe vier werden in Spanien Flughäfen, Bahnhöfe, Kraftwerke und Tourismus-Einrichtungen stärker gesichert. Zum Sicherheitsprotokoll dieser Stufe gehört zudem, dass die Dschihadisten-Szene im Zuge der Vorbeugung stärker überwacht wird.

Seit 2015 seien in Spanien 121 Terrorverdächtige festgenommen worden, sagte der Innenminister. Dies beweise, dass Spanien auf Terrorgefahren gut vorbereitet sei.

Die Ferieninsel Mallorca, welche in 2015 von rund zehn Millionen Urlauber besucht worden war, erwartet dieses Jahr einen Rekordansturm von Touristen. Viele Hotels sind für den Sommer bereits ausgebucht. Der Boom wird von Reiseexperten damit erklärt, dass viele Urlauber, die früher nach Tunesien, Ägypten oder in die Türkei flogen, nach den dortigen Terroranschlägen lieber in Spanien ihre Ferien verbringen wollten.

Bei einem Attentat auf vier Vorortzüge in der spanischen Hauptstadt Madrid waren im Jahr 2004 fast 200 Menschen umgekommen. Seitdem hat es im Königreich keine Anschläge islamistischer Terroristen mehr gegeben. Die Polizei verhaftete seitdem mehr als 650 Verdächtige und konnte auf diese Weise in der Vergangenheit offenbar mehrere geplante Terrortaten verhindern. Ralph Schulze

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