Mietwagen und Versicherung

Versicherung für Mietwagen in Spanien: Vollkasko mit oder ohne Selbstbeteiligung? Tipps für die richtige Versicherung auf Mallorca, den Kanaren und dem Festland in Spanien. (Bild: SpanienLive.com)

SPANIEN LIVE Service – Welche Versicherungen braucht man, wenn man in Spanien einen Mietwagen reserviert? Vollkasko mit oder ohne Selbstbeteiligung? Haftpflichtversicherung? Diebstahlversicherung? Mallorca-Police?

Der richtige Versicherungsschutz sollte bei der Autoanmietung in Spanien gut bedacht werden. Grundsätzlich gilt, egal ob man auf dem Festland in Spanien, auf Mallorca oder Teneriffa unterwegs ist: Ohne Diebstahls-, Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung sollte man nie losfahren. Zudem empfiehlt sich, die übliche Selbstbeteiligung bei der Vollkasko- und Diebstahlsversicherung auszuschließen. Eine „Mallorca-Police“ zur Erhöhung der Haftpflichtdeckung braucht man in Spanien normalerweise nicht mehr, da die Deckungssummen hoch sind. Am besten vergleicht man die Versicherungsleistungen der Autovermieter über Vergleichsportale wie billiger-mietwagen.

Es liegt auf der Hand, dass die günstigsten Angebote nicht unbedingt den besten Versicherungsschutz enthalten. Auch nicht jeder Vollkaskoschutz deckt zwangsläufig alle Schäden ab. Es lohnt sich also, in Ruhe die Offerten und Leistungen zu vergleichen. Und das macht man am besten vom heimischen Computer aus. 

Aufs Kleingedruckte achten: Auch der Vollkaskoschutz deckt nicht immer alles ab - Schäden an Reifen, Glas, Dach, Unterboden sind oft ausgeschlossen

Bagatellschäden sind in Spanien relativ häufig. Auch weil beim Ein- und Ausparken oftmals „nach Gehör“ manövriert wird. Türen beim Öffnen schon mal gegen das Nachbarauto geschlagen werden. Oder auch von anderen Fahrzeugen hochgeschleuderte Steine auf schlechten Fahrbahnen den eigenen Wagen treffen können. Man sollte also besser die Selbstbeteiligung, die je nach Wagenkategorie und Vermieter 1000 Euro übersteigen kann, beim Vollkaskoschutz ausschließen.

Wobei man beim Vollkasko genau hinschauen muss, da zuweilen auch hier nicht alles abgedeckt ist. Die Übernahme von Schäden an Reifen, Glas, Dach und Unterboden werden von manchen Anbietern ausgeklammert.

Die teuerste Lösung für die Eliminierung der Selbstbeteiligung ist meist der Abschluss direkt im Vermieterbüro, auch wenn ihn die lokalen Agenten routinemäßig immer anbieten. Günstiger wird es in der Regel, wenn man gleich bei der Internet-Buchung das komplette Versicherungspaket bucht, das etwa mit dem Hinweis „ohne Selbstbeteiligung“ oder „Erstattung der Selbstbeteiligung“ gekennzeichnet ist.

Aber Vorsicht beim Kleingedruckten: Bei einigen Anbietern beinhaltet der als „Super-Cover“ oder „Super-LDW“ angebotene verbesserte Vollkaskoschutz nur eine Reduzierung der Selbstbeteiligung.

Übrigens enthalten auch manche Business-Kreditkarten einen erhöhten Vollkaskoschutz für Mietwagen. Genauso wie manche Automobilklubs Mietwagen-Vollkasko für ihre Mitglieder anbieten.

Die „Mallorca-Police“ zur Erhöhung der Haftpflichtdeckung braucht man in Spanien nicht mehr – Die gesetzlichen Deckungssummen wurden erhöht

Die Erhöhung der Haftpflichtdeckung mit der „Mallorca-Police“ ist in Spanien normalerweise nicht mehr notwendig, da die gesetzlichen Deckungssummen auf 70 Millionen Euro für Personenschäden und 15 Millionen für Sachschäden angehoben wurden. In anderen Ländern mit deutlich geringeren Deckungssummen kann die „Mallorca-Police“ sinnvoll sein. Aber auch diese Leistung wird von manchen höherwertigen Kreditkarten abgedeckt oder ist zuweilen bei der heimischen KFZ-Haftpflicht für den eigenen Pkw eingeschlossen.

Grundsätzlich sollte man natürlich mit dem Mietwagen besonders vorsichtig fahren: Denn Fahrlässigkeit kann den besten Versicherungsschutz gefährden. Wer also zum Beispiel unter Alkoholeinfluss einen Schaden verursacht oder Verkehrsregeln fahrlässig missachtet, verliert unter Umständen seinen Vollkaskoschutz, der ja normalerweise bei selbstverschuldeten Schäden greift. Das Gleiche gilt, wenn der Fahrer einen Unfall verursachte, weil er auf die Landkarte guckte oder unerlaubterweise mit dem Handy am Steuer saß.

Auch Schäden, die auf unbefestigten Pisten entstehen, wie sie etwa auf Mallorca oder den Kanarischen Inseln mancherorts zu finden sind, sind oftmals nicht gedeckt.

Bei der Diebstahlsversicherung muss man wissen, dass die Entwendung persönlicher Dinge aus dem Mietfahrzeug damit nicht versichert ist. Auch wenn der Mietwagen gestohlen wurde, weil der Autoschlüssel im Zündschloss steckte oder verloren wurde und dann den Dieben in die Hände fiel, gehen die Versicherer meist von Fahrlässigkeit aus und verweigern die Zahlung.

Und schließlich ist für jede Schadensregulierung nach einem Unfall oder Diebstahl ein Polizeibericht notwendig – sonst könnte dem Mieter ein fahrlässiges Versäumnis angelastet werden, was wiederum den Versicherungsschutz gefährdet. Wer nicht sicher ist, wie im Schadensfalle vorzugehen ist, der kontaktiert am besten umgehend seinen Autovermieter und fragt um Rat.

Und hier geht es zum Mietwagen-Vergleichsportal. red