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Mietwagen Spanien Tipps und ErfahrungenMietwagen in Spanien: Am besten in Ruhe von zu Hause aus übers Internet buchen - auf Tankregelung und Zusatzversicherungen achten. (Bild Goldcar)

SPANIEN LIVE Service – Wer für den Urlaub in Spanien ein Auto mietet, erlebt zuweilen böse Überraschungen. Etwa wenn der bei der Online-Buchung so billige Mietwagen bei der Abholung plötzlich ziemlich teuer wird. Deswegen: Achten Sie bei der Buchung auf klare und transparente Angaben zu Preisen und Leistungen. Um sich vor Nepp zu schützen, ist es empfehlenswert, den Mietwagen mit einem seriösen Vergleichsportal wie etwa billiger-mietwagen zu buchen, das von der Stiftung Warentest im Jahr 2016 mit sehr gut benotet wurde.

Immer wieder klagen Urlauber über fragwürdige Geschäftspraktiken mancher Autovermieter. Die Europäische Verbraucherzentrale (EVZ) meldete Anfang 2017, dass deswegen die spanische Mietwagenfirma Goldcar abgestraft worden war. Die Stiftung Warentest fasste einen beliebten Vermietungstrick, mit dem zum Beispiel Goldcar aufgefallen sei, so zusammen: „Auto­schlüssel erst mit Zusatz­versicherung – so werden viele Mietwagen­kunden bei der Auto­über­gabe zum Abschluss einer Police gezwungen.“

Die EVZ berichtete über folgenden Fall: Eine deutsche Urlauberin wurde am Goldcar-Schalter in Gran Canaria von einem Mitarbeiter zum Kauf eines zusätzlichen Versicherungsschutzes gedrängt. Knapp 200 Euro sollte sie hierfür bezahlen. „Die Verbraucherin lehnte ab. Trotzdem ließ der Mitarbeiter nicht locker. Um das Fahrzeug zu erhalten, gab die Urlauberin schließlich nach und zahlte.“

Einer von vielen Fällen, welche europäische Urlauber an die EU-Verbraucherschutzbehörde meldeten. Wegen der vielen Beschwerden wurde die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM aktiv und strafte die Goldcar-Filialen in Spanien und in Italien wegen unseriöser Praktiken mit insgesamt zwei Millionen Euro ab. Die Wett­bewerbs­hüter warfen Gold­car vor, den Kunden Versicherungen zum Ausschluss der Schadenselbstbeteiligung aufgedrängt zu haben, obwohl viele Kunden bereits einen solchen Schutz online erworben hatten.

Es wurde aber nicht nur die aggressive Vermarktung von Zusatzversicherungen bemängelt, sondern auch die Tankregelungen, die bei Goldcar in der Vergangenheit immer wieder Anlass zu Klagen gaben. So monierte die Aufsichtsbehörde die mangelnde Transparenz der von Goldcar angebotenen "Flex-Fuel"-Tankregelung. Kunden beziehen bei diesem Tarif den Mietwagen mit vollem Tank und bezahlen die Tankfüllung, der entsprechende Betrag wird auf der Kreditkarte zunächst blockiert und später kassiert.

Wenn der Kunde den Wagen dann zum Beispiel mit noch halb vollem Tank zurückgibt, wird er für den nicht genutzten Kraftstoff zwar entschädigt. Über die saftigen Service-Gebühren für die anschließende Betankung durch den Vermieter seien die Kunden jedoch vorab nicht ausreichend informiert worden, bemängelte die Kontrollbehörde in ihrem Strafverfahren gegen Goldcar.

Der Ärger mit dieser kundenunfreundlichen und teuren Tankregelung lässt sich ausschließen, wenn man den Wagen gleich mit der Voll/Voll-Tankregelung bucht. Dann bekommt man den Wagen mit vollem Tank, gibt ihn auch wieder vollgetankt zurück, und man zahlt nur den tatsächlich verfahrenen Kraftstoff. Beim Mietwagenvergleich lässt sich diese Option gleich bei der Suche einstellen, sodass nur Vermieter und Fahrzeuge angezeigt werden, welche die Voll/Voll-Regel einschließen.

Die Verbraucherschützer der EVZ raten Urlaubern, die auf Mallorca, auf Teneriffa oder andernorts in Spanien einen Wagen mieten wollen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Wem Zusatzversicherungen aufgezwungen werden, ohne die er das Fahrzeug nicht ausgehändigt bekommt, sollte nur unter Vorbehalt zahlen. „Vermerken Sie auf dem Vertrag, dass Sie mit der Zahlung nicht einverstanden sind und Sie sich vorbehalten, das Geld später zurückzufordern. Notieren Sie sich zusätzlich den Namen des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin und reklamieren Sie so schnell wie möglich per E-Mail bei der Unternehmenszentrale.“

Wenn diese Reklamation unbeantwortet bleibt, sollte man sich an sein Kreditkartenunternehmen wenden. „Verlangen Sie dort die Rückbuchung (Chargeback) des Betrages. Gute Chancen haben Sie, wenn Sie nachweisen können, dass Sie zur Zahlung gedrängt wurden.“ Hierbei könne der Verweis auf die Entscheidung der italienischen Aufsichtsbehörde AGCM vom 30. November 2016 hilfreich sein.

Wer sich in Spanien über den Tisch gezogen fühlt, kann zudem vom Autovermieter das offizielle Beschwerdeformular „Hoja de Reclamación“ verlangen, das ausgehändigt werden muss. „Schicken Sie es ausgefüllt an die zuständige Behörde, damit Ihrer Beschwerde nachgegangen werden kann. Oft aber reicht es schon aus, die „Hoja de Reclamación“ zu verlangen, um zu seinem Recht zu kommen“, weiß man bei der EVZ aus Erfahrung.

Die Stiftung Warentest empfiehlt zudem: „Prüfen Sie vor dem Buchen, wie ehemalige Kunden den Vermieter vor Ort bewerten, und meiden Sie Firmen mit weniger als vier von fünf möglichen Sternen.“

Grundsätzlich hilft es auf jeden Fall, den Mietwagen von zu Hause mit einem guten Vergleichsportal auszuwählen. Dort kann die Seriosität der Vermieter verglichen werden und der Kunde kann sich in Ruhe das Leistungspaket und die Fahrzeugklasse aussuchen, die er haben möchte. Per Filter kann zum Beispiel gewählt werden, dass nur Fahrzeuge mit der Voll/Voll-Tankregel angezeigt werden, mit Ausschluss der Schadenselbstbeteiligung, ohne Kilometerlimit und mit Wagenabholung am Airport-Terminal. red