Deutsche_Presse_Spanien

Blätterwald in Spanien: Auch eine Reihe deutscher Zeitungen sind zu haben. (Bild: ck)

SPANIEN LIVE - 30.11.2011 - Lust auf deutsche Zeitungen in Spanien? Spanienfreunde können sich nicht nur im deutschsprachigen Online-Magazin SPANIEN LIVE informieren. Auch einige gut gemachte deutschsprachige Wochenzeitungen locken in Spanien. Ob „Mallorca Zeitung“, „Costa Blanca Nachrichten“ oder das kanarische „Wochenblatt“ – sie berichten vor allem über Regionales und Lokales, eben über vieles, was Besucher aus Österreich, der Schweiz oder Deutschland an der Mittelmeerküste und auf den Inseln interessieren könnte.

Zur Themenpalette gehören regionale Nachrichten, Tipps für Residenten und Touristen, Ausflugsvorschläge, Veranstaltungskalender, Rat bei Rechtsfragen, Gartenpflege, gesunde Ernährung und Tierschutz. Interessant sind die zahlreichen Kleinanzeigen, in denen man deutschsprachige Ärzte, Anwälte, Immobilienmakler, Gärtner oder Handwerker findet. Auch Wohnungen, Häuser und Jobs werden in den Anzeigenteilen angeboten.

Wo sich Deutsche tummeln, gibt es auch deutschsprachige Zeitungen: „Costa Blanca Nachrichten“, „Mallorca Zeitung“, „Mallorca Magazin“ und „Ibiza Heute“

An der Costa Blanca gibt es neben den „Costa Blanca Nachrichten“ (CBN) auch die kostenlose „Costa Blanca Zeitung“, ein Anzeigenblättchen aus dem gleichen Verlag. Die CBN hat zudem noch die regionalen Ableger „Costa Cálida Nachrichten“ und „Costa del Sol Nachrichten“.

Auf Mallorca existiert neben der „Mallorca Zeitung“ das „Mallorca-Magazin“. Auf der Nachbarinsel Ibiza hält sich erfolgreich die Monatszeitschrift „Ibiza Heute“, die auf Mallorca den Ableger „Mallorca Heute“ hat. „Die deutschen Seiten“, die der „Diario de Ibiza“ donnerstags enthielt, eine übersetzte Zusammenfassung der spanischen Nachrichten für deutschsprachige Leser, wurden leider eingestellt.

Wer sich für die spanische Presse interessiert, findet ein breites Panorama: Ob jemand „El País“ oder „ABC“ liest, verrät viel über seine politische Einstellung. Die überregionalen Zeitungen in Spanien sind nicht neutral. So steht „El País“ für eine sozialdemokratische Richtung, „Público“ für eine linksorientierte Sozialpolitik. „El Mundo“ ist stramm konservativ und strickt gerne Verschwörungstheorien. „ABC“ und „La Razón“ sind ebenfalls konservative Medien, die das Königshaus, die Familie und die Kirche hochleben lassen. „La Vanguardia“ aus Barcelona ist eine unaufgeregte bürgerliche und gut informierende Zeitung.

Die meistverkaufte spanische Tageszeitung ist „El Pais“ – Doch auch Sportzeitungen, allen voran „Marca“, werden gerne gelesen

Die auflagenstärkste allgemein informierende Tageszeitung ist „El País“. Dazu kommen noch eine ganze Reihe regionaler Zeitungen, Wirtschaftsblätter und Sporttageszeitungen. Des Spanischen mächtige Sportfreunde haben die Auswahl unter vier Sportzeitungen pro Tag. Darunter sind „Marca“ und „as“ besonders beliebt.

Die Versuche des Springer-Verlags, im Jahr 1991 mit „Claro“ eine Boulevardzeitung in Spanien zu etablieren, schlugen gründlich fehl. Es gibt bis heute in Spanien kein Blatt auf „Bild“-Niveau. Mit Ausnahme vielleicht mehrerer Gratis-Zeitungen, die in der U-Bahn, in Zügen und Bussen verteilt werden.

Die spanischen Zeitungen erscheinen in der Regel sieben Tage die Woche. Verkauft werden sie an Kiosken auf der Straße oder in eher versteckten Läden, im Kaufhaus oder in Einkaufszentren. Das Abonnieren einer Tageszeitung ist eher unüblich, aber möglich. Die meisten Spanier kaufen ihr Blatt morgens auf dem Weg zur Arbeit oder zum Bäcker.

Wie in vielen anderen Ländern kämpft auch die Presse Spaniens mit Leserschwund und dem Rückgang der Werbeeinnahmen

Häufiger als in der deutschsprachigen Presse werden den Lesern zahlreiche meinungsgefärbte Artikel angeboten. Im Schnitt kostet eine spanische Zeitung derzeit 1,20 Euro (Stand 2011). Oft kämpfen die Blätter mit Geschenken oder Sonderangeboten um die Leser. Das können Filme, Taschenbücher oder Sammelstücken aller Art sein, sogar Küchenmesser oder Porzellanschüsseln werden gelegentlich zusammen mit der Zeitung vertrieben.

Wie in der deutschsprachigen Welt verliert auch Spaniens gedruckte Tagespresse kontinuierlich Leser und Werbeeinnahmen, was in den Verlagen seit Jahren radikale Sparprogramme und Entlassungen zur Folge hat.

Wer in Spanien Urlaub macht oder lebt und auf seine gewohnten Zeitungen aus der Heimat nicht verzichten möchte, hat es manchmal nicht leicht. In manchen gar nicht so kleinen Städten oder von Residenten und Touristen frequentierten Orten ist die Versorgung mit ausländischer Presse an den Kiosken erstaunlich schlecht.

Wer seine Zeitung aus der Heimat in Spanien lesen will, der hat es nicht immer einfach – Oft bleibt nur, sich das Blatt per Post schicken zu lassen

Offensichtlich ist der Vertrieb zu teuer, so dass man die Leser lieber in die Arme der „Bild“-Zeitung treibt, die fast überall, wo deutsche Leser sind, zu haben ist. „Die Welt“ ist noch ganz gut zu bekommen, weil sie – wie die „Bild“ – in Spanien gedruckt wird.

Die mangelhafte Versorgung gilt allgemein für ausländische Medien. Auch nach britischen oder französischen Zeitungen muss man, wenn man sich nicht gerade in Madrid oder Barcelona aufhält, manchmal suchen.

Auf Flughäfen sind hingegen in der Regel die wichtigsten internationalen Zeitungen und Zeitschriften zu haben. Und etliche Verlage schicken die vertraute Heimatzeitung auf Anfrage auch Richtung Spanien an die Wohn- oder Urlaubsadresse.

Übrigens: In den Bibliotheken der deutschen Goethe-Institute in Madrid und Barcelona liegt auch eine ansehnliche Auswahl deutscher Tages- und Wochenzeitungen zur kostenlosen Lektüre bereit. Clementine Kügler

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