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Naturschauspiel: Aus dem Wasser stiegen manchmal Wasser-Dampf-Fontänen auf, schwarze Lavabrocken trieben im Wasser. (Bild: ign)

 

 

 

 

 

SPANIEN LIVE - Mitte Oktober 2011 brach der Unterwasservulkan vor der Kanaren-Insel El Hierro aus. Und er spuckte auch im Januar 2012, rund 100 Tage später, immer noch Lava ins Meer, in Sichtweite der Küste. Der Krater wuchs in die Höhe und befand sich im Januar etwa 100 Meter unter der Wasseroberfläche. Es bestand zwar keine unmittelbare Gefahr für Bewohner und Besucher, aber das Urlaubsgeschäft auf dem Eiland war trotzdem zusammengebrochen. „Der Vulkan ruiniert uns“, klagten die Insulaner - ohne Touristen habe El Hierro keine Zukunft.

„Der Vulkanausbruch hat uns eine schöne Suppe eingebrockt“, stöhnte Alpidio Armas, Chef der Inselregierung in der kleinen Hauptstadt Valverde. Der Krater habe sich am „denkbar schlechtesten Ort“ geöffnet. Im Atlantik, etwa zwei Kilometer vor der südlichen Küste. Man sehe kaum etwas vom Lavaspektakel, weil es sich unter Wasser abspiele. Wenn man wenig sieht, kommen auch keine Vulkantouristen, um das Schauspiel aus der Nähe, mit der Kamera zu verfolgen. „Wenn der Vulkan auf dem Land ausgebrochen wäre, dann wäre die Insel jetzt brechend voll.“

Die Vulkaninsel befand sich monatelang in Alarmbereitschaft - Später beruhigte sich die Lage auf El Hierro wieder und die Erde bebte immer weniger

Etliche Hotels, Restaurants, Souvenirläden und andere Tourismusbetriebe mussten mangels Kundschaft dicht machen. Vor allem, weil die Vulkannachrichten aus El Hierro für Unsicherheit sorgten. Dabei habe es durch die Eruption „keine Gefahr“ gegeben, sagte Inselpräsident Armas. Zwar stand die Vulkan-Warnampel für die gesamte Insel seit September 2011 auf Gelb, was theoretisch bedeutete, dass die Insulaner einen gepackten Notfall-Koffer für eine plötzliche Evakuierung griffbereit haben sollen. Aber die Lage auf der Insel hatte sich Anfang 2012 langsam wieder entspannt.

Seit Juli 2011 ließen die Aktivitäten des Vulkans mit seiner riesigen Magmablase tief in der Erde die Insel mehr als 12.000 Mal erzittern. Nur ein kleiner Teil dieser Beben war für die Menschen spürbar. Einige heftige Erdstöße mit einer Stärke von mehr als vier auf der Richterskala sorgten allerdings im November 2011 vorübergehend für Panik und waren sogar auf den Nachbarinseln Teneriffa, La Palma und Gomera wahrnehmbar – auch wenn dort kein akutes Vulkanrisiko bestand.

Wie in einem riesigen Kochtopf: Blubbern, Blasen, Brocken auf der Wasseroberfläche – Die Vulkanforscher befürchteten, dass die Eruption noch stärker werden könnte

Der submarine Vulkan vor El Hierro stieß im Januar 2012l immer noch ungebremst Lava aus - der Magma-Nachschub schien nicht auszugehen. Der Kraterrand, anfangs in etwa 300 Meter Wassertiefe, befand sich nach neusten Messungen nur noch 100 Meter unter der Oberfläche (Februar 2012). Wenn der Lavaberg noch weiter gewachsen wäre, hätte man bald doch noch ein größeres Vulkanspektakel sehen können. Und vielleicht wäre sogar eine neue Kanarische Insel geboren worden. Im Januar sah es auf dem Wasser noch aus wie in einem riesigen Vulkan-Kochtopf:  Gasblasen blubberten, Lavareste schwammen herum, ein grün-brauner Ascheteppich bedeckte das Meer.

Immerhin habe der Vulkan dafür gesorgt, dass das kleine El Hierro „in aller Welt wiederentdeckt wurde“, sinnierte Inselfürst Armas hoffnungsvoll. Nun komme es darauf an, das Naturphänomen in eine „Chance zu verwandeln“. Kampagnen im Ausland sollen für die „Insel der 1000 Vulkane“ als „sicheres und attraktives“ Ferienziel werben. Damit nicht nur, wie im Dezember 2011, mickrige 650 Urlauber kommen.

Paradiesische Insel: Auf El Hierro gibt es keinen Massentourismus, es ist vielmehr ein Ort der Ruhe und für Naturliebhaber

Auf der Insel El Hierro, die vor rund einer Million Jahren durch einen riesigen Vulkanausbruch geschaffen worden war, gab es freilich nie einen Massentourismus wie etwa auf den Nachbarinseln Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote oder Fuerteventura. El Hierro gilt als Naturparadies, ist vor allem bei Wanderern und Tauchtouristen beliebt und hat kaum mehr als 2000 Touristenbetten. Die Insel wurde von der Weltkultur-Organisation Unesco wegen ihrer einzigartigen Natur zum schützenswerten Biosphärenreservat ernannt. Ralph Schulze

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