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El_Hierro_Vulkanausbruch

Ein grün-brauner Teppich mit Lava- und Ascheresten trieb vor der Insel. Im Zentrum blubberte es. (Bild: gc)

 

 

 

 

 

 

SPANIEN LIVE – Der Vulkan, der auf der spanischen Kanaren-Insel El Hierro erwacht war, machte sich im November 2011 immer mehr bemerkbar. Neue und zunehmend stärkere Erdbeben erschütterten die Urlaubsinsel. Vor der südlichen Inselspitze, dort wo bereits im Oktober 2011 ein erster Unterwasser-Krater aufriss, blubberte es im Wasser heftig – fast wie in einem riesigen Whirlpool. Erst im März 2012 beruhigte sich der Vulkan wieder.

Lavareste und Asche wurden aus dem Atlantik 25 Meter hoch herausgeschleudert und regneten aufs Meer hinab. Es stank nach schwefeligen Gasen. Das Wasser erwärmte sich im Umfeld des Unterwasser-Kraters um elf Grad auf etwa 35 Grad Celsius. Badewannen-Temperatur – trotzdem wurde vom Baden in El Hierros Vulkangewässern abgeraten. Tote Fische, die im Lavastrudel verendeten, trieben im Wasser. Lava- und Schlackereste hatten einen riesigen und dreckigen grün-braunen Teppich auf der Meeresoberfläche gebildet, der vor der Insel trieb.

Der Unterwasser-Vulkan schaffte einen Lava-Berg, von dem man hoffte, dass er als neue Insel aus dem Wasser kommen könnte

Das Vulkanspektakel war von der Küste, vom Urlaubs- und Fischerort La Restinga, mit bloßem Auge sichtbar. Die meisten Bewohner und auch die Touristen, die vor allem zum Tauchen an die Südküste kommen, waren inzwischen aus dem Ort geflüchtet. Nur am Tag durfte La Restinga, das etwa anderthalb Kilometer von dem Unterwasser-Vulkan entfernt liegt, noch betreten werden. Nachts wurde der Ort aus Sicherheitsgründen geräumt.

Den Messungen zufolge lag der etwa 120 Meter breite Unterwasser-Krater ursprünglich in 300 Tiefe. Dieser Krater hatte jedoch durch die herausfließende Lava einen Berg geschaffen, der immer weiter wuchs. Damit näherte sich auch der Krater immer mehr der Meeresoberfläche, was dazu führte, dass das Blubbern auf dem Meer immer stärker wurde und auch Fontänen aus Lava, Gas und Asche sichtbar wurden.

Bei einer Evakuierung weiterer Inselorte sollten die Bewohner in Zelten untergebracht werden – „Wir können nichts ausschließen“

Mehr als 11.000 Erdbeben ließen El Hierro, die kleinste der Kanarischen Inseln, seit Mitte Juli 2011 erzittern. Im November 2011 kündigten Erdstöße mit einer Stärke von bis zu 4,4 auf der Richterskala an, dass sich die Vulkankrise noch zuspitzen und weitere Ausbrüche erfolgen könnten. Die Wissenschaftler hielten es damals für möglich, dass sich neue Krater öffnen und auch Lava spucken könnten. Und zwar im Meer wie auf dem Land. „Wir können nichts ausschließen“, hieß es.

Die Katastrophenschutzbehörden bereiteten sich auf weitere Evakuierungen vor. Zelte für mehrere tausend Menschen und Hilfsmaterialien wurden auf die Insel gebracht. Neben dem Dorf La Restinga (600 Einwohner) im Süden galt vor allem der zweitgrößte Inselort Frontera (4000 Einwohner) im Norden als gefährdet. Die Erdstöße, welche durch die Bewegung und den Druck der riesigen Magmablase unter der Insel ausgelöst wurden, hatten sich Richtung Norden verlagert. Dies könnte signalisieren, dachte man, dass ein weiterer Vulkanausbruch nördlich der Insel im Gange sei. Ralph Schulze

    STICHWORT: KEINE GEFAHR AUF TENERIFFA UND GRAN CANARIA

    Auf den übrigen Kanarischen Inseln, die im Atlantik vor der westafrikanischen Küste liegen, aber zu Spanien gehören, gab es keine Vulkangefahr. Auch war der Tourismusbetrieb auf den anderen Urlaubsinseln, die durchweg vulkanischen Ursprungs sind, durch den Ausbruch auf El Hierro nicht gefährdet.

    Die naheste Nachbarinsel ist Gomera, die etwa 60 Kilometer nordöstlich liegt. La Palma ist 75 Kilometer entfernt. Teneriffa ist etwa 120, Gran Canaria 210 Kilometer weit weg. Fuerteventura und Lanzarote befinden sich noch weiter östlich in sicherer Distanz.

    Auf den Kanarischen Inseln machten im Jahr 2011 etwa 12 Millionen Urlauber Ferien. Vor allem durch die Krisen in Ägypten und Tunesien im Norden Afrikas hatten die Kanaren in 2011 einen großen Boom erlebt, der sich in zweistelligen Zuwachsraten im Urlaubsgeschäft niederschlug. (ze)

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