Vulkanausbruch_Teneguia

Vulkanausbruch: So sah es vor 40 Jahren auf der Kanareninsel La Palma aus, als dort der Vulkan Teneguia drei Wochen lang Lava spuckte. (Bild: ign)

 

 

 

 

 

SPANIEN LIVE – Monatelang rumorte es im Erdinneren der spanischen Kanaren-Vulkaninsel El Hierro. Tausende Erdbeben ließen das paradiesische Urlaubs-Eiland immer wieder erzittern, weil glühend heiße Magma in tausenden Metern Tiefe sich einen Weg nach oben bahnte. Im Oktober 2011 öffnete sich dann ein Krater und der Vulkan auf El Hierro brach aus. Und zwar unter der Wasseroberfläche im Meer, auf dem vom Atlantik überfluteten Inselsockel, mehrere Kilometer vor der südlichen Inselküste. Im März 2012 war das Spektakel dann wieder vorbei.

Die erste Eruption fand in etwa 1000 Meter Meerestiefe statt. Deshalb ließen die Behörden das im Süden liegende Fischerdorf La Restinga mit 550 Einwohnern evakuieren. Auf der Insel leben insgesamt knapp 11.000 Bewohner. Zudem befanden sich während des Ausbruchs mehrere hundert Touristen auf der kleinen Insel, die vor allem von Wander- und Tauchurlaubern besucht wird. El Hierro mit der Mini-Hauptstadt Valverde (5000 Einwohner) ist die kleinste der Kanarischen Inseln.

Der Unterwasser-Krater befand sich mehrere Kilometer vor der südlichen Inselküste

Dass der Vulkan auf El Hierro tatsächlich ausgebrochen war und im Wasser Gase und auch Lava ausspuckte, schlossen die Geologen aus ihren Mess-Ergebnissen. Und aus der Tatsache, dass an der Wasseroberfläche über dem Ort der Eruption zahlreiche tote Fische trieben. Es waren aber zunächst im Oktober 2011 keine blubbernden Gasblasen oder gar aufsteigende Lavareste auf dem Meer zu sehen. Das Seegebiet über dem Unterwasserkrater wurde sicherheitshalber für die Schifffahrt gesperrt.

Das Eruptionszentrum befand sich etwa fünf Kilometer von der südlichen Inselküste und dem Hafen von La Restinga entfernt. An der Südküste zieht sich der Inselsockel kilometerweit durchs Wasser. Nur etwa ein Zehntel der Insel, die vor rund einer Million Jahren durch einen gewaltigen Vulkanausbruch geschaffen wurde, liegt über der Wasserlinie.

Die Wissenschaftler schlossen nicht aus, dass sich die Magma, die flüssige und mehr als 1000 Grad heiße Gesteinsmasse im Vulkaninneren, noch weitere Wege nach oben suchen und sich neue Krater öffnen könnten. Dies hätte sowohl unter Wasser geschehen können wie auf der bergigen Insel selbst, die rund 1500 Meter aus dem Meer aufragt.

Seit Juli 2011 waren auf El Hierro annähernd 10.000 zumeist kleinere Erdbeben registriert worden. Der schlimmste Erdstoß erschütterte kurz vor dem Vulkanausbruch die Insel mit einer Stärke von 4,3 auf der Richterskala. Dieses Beben, das auf der ganzen Insel die Wände wackeln ließ, kündigte vermutlich das Aufreißen eines Kraters oder einer Spalte im Meer an.

Die Geologen hatten leuchtende Augen, weil sie auf den Kanarischen Inseln noch nie bei einem Ausbruch wissenschaftlich so nahe dran waren

Die Geologen, die seit Wochen auf der Insel ausharrten und mit Dutzenden Mess-Instrumenten die Entwicklung aufzeichneten, verfolgten die Eruption im Meer mit großer Faszination. Das sei „das erste Mal“, dass die Erdforscher auf den Kanarischen Inseln einen Vulkanausbruch wissenschaftlich beobachten könnten, sagte der Geologe Jose Luis Barrera.

Zuletzt war vor ziemlich genau 40 Jahren, im Oktober 1971, auf der Kanareninsel La Palma der Vulkan Teneguia ausgebrochen. Damals waren drei Wochen lang Lavaströme von einem Inselkrater durch die Weinberge ins Meer geflossen, Menschen kamen nicht direkt zu Schaden. Nur ein Schaulustiger, der dem Krater zu nahe gekommen war, wurde durch giftige Gase getötet. Ralph Schulze

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