El_Hierro_-_Karte_-_Vulkanausbruch

Gefahr vom Vulkan: Der rote Stern markiert jenes Gebiet vor El Hierro, wo es heftig bebte. Bald könnten neue Eruptionen folgen. (Karte: ign)   

 

 

 

 

SPANIEN LIVE – Die spanische Kanaren-Insel El Hierro bereitet sich auf weitere Vulkanausbrüche auf dem paradiesischen Urlaubs-Eiland vor. Nachdem die Erdbeben im Norden der Insel und vor der nördlichen Küste immer stärker werden, könnte dort ein neuer Vulkanausbruch im Gange sein. Die Sicherheitsbehörden bereiten sich auf eine mögliche Evakuierung des zweitgrößten Inselortes Frontera vor, der rund 4000 Einwohner hat.

 Am 2. November 2011 ließen zwei Seebeben der Stärke 4,3 und 4,4 auf der Richterskala die Häuser auf der nördlichen Inselhälfte erzittern. „Teller, Gläser Fenster und Türen“ wackelten heftig, meldeten Bewohner. „Bilder an der Wand pendelten, Möbel vibrierten, Putz fiel von einigen Wänden." Die heftigen Erschütterungen, denen dutzende kleinere Beben folgten, könnte das Aufbrechen eines neuen Kraters im Nordwesten der Insel ankündigen. Auf El Hierro, der kleinsten Kanaren-Insel, leben knapp 11.000 Menschen.

Ein riesiger grün-brauner Teppich aus Lavaresten und Schlacke schwimmt auf dem Meer und umgibt inzwischen die ganze Insel

„Die Wahrscheinlichkeit eines neuen Ausbruchs ist sehr groß“, sagen besorgt die Vulkanforscher. Der neue Krater werde sich vermutlich auf dem Inselsockel im Meer bilden, aber auch eine Eruption auf dem Land wird nicht ausgeschlossen.

Mit einem ähnlich starken Beben hatte am 10. Oktober 2011 der Vulkanausbruch vor der südlichen Inselhälfte begonnen. Dort strömen seitdem aus einem Unterwasserkrater etwa 1,5 Kilometer vor der Küste Lava und giftige Gase aus. Das kleine südliche Urlaubsdorf La Restinga musste vorübergehend geräumt werden. Lava- und Schlackereste haben inzwischen einen riesigen grün-braunen Teppich auf der Meeresoberfläche gebildet, der jetzt praktisch die ganze Insel umgibt.

Die Behörden raten vom Baden sowie Tauchen an El Hierros Küste und auch vom Verzehr jeglicher Meeresprodukte aus den Inselgewässern ab. Vor der Inselküste treiben tausende tote Fische im Wasser, die durch aufsteigende Gase und Sauerstoffmangel in den Vulkangewässern getötet wurden. Die bizarre Unterwasserwelt rund um El Hierro ist bei Tauchfreunden sehr beliebt und zieht jedes Jahr tausende Wassersportler an.

Auf den anderen Kanaren-Inseln besteht keine Gefahr – Teneriffa und Gran Canaria befinden sich in sicherer Entfernung

Auf den übrigen Kanarischen Inseln, die im Atlantik vor der westafrikanischen Küste liegen, aber zu Spanien gehören, gibt es bisher keine Vulkangefahr. Auch ist der Tourismusbetrieb auf den anderen Urlaubsinseln durch den Vulkanausbruch auf El Hierro nicht gefährdet. Die naheste Nachbarinsel ist Gomera, die etwa 60 Kilometer nordöstlich liegt. La Palma ist 75 Kilometer entfernt. Teneriffa ist etwa 120, Gran Canaria 210 Kilometer weit weg. Fuerteventura und Lanzarote befinden sich noch weiter östlich in sicherer Distanz.

Auf den Kanarischen Inseln werden im Jahr 2011 annähernd 12 Millionen Urlauber erwartet. Vor allem durch die Krisen und Kriege im Norden Afrikas haben die Kanaren in 2011 einen großen Boom erlebt, der sich in zweistelligen Zuwachsraten im Urlaubsgeschäft niederschlug. Ralph Schulze

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