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Die Aufnahme einer Wärmebild-Kamera zeigt, wie die Meeres-Temperatur über dem Unterwasser-Krater vor El Hierro schon Badewannen-Niveau erreicht hatte. (Bild: gc)

 

 

 

 

SPANIEN LIVE – Die Bewohner der Kanaren-Insel El Hierro wurden äußerst unsanft geweckt: Kurz nach Mitternacht bebte am Freitagmorgen, 11. November 2011, auf der Insel im Atlantik die Erde so heftig wie noch nie und sorgte für Angst unter der Bevölkerung. Wände und Schränke wackelten, Fensterscheiben und Geschirr klirrten.

 Ein heftiges Erdbeben der Stärke 4,6 auf der Richterskala hatte die zu Spanien gehörende Urlaubsinsel aus dem Schlaf gerissen. Der Erdstoß, der durch den Vulkan auf El Hierro verursacht wurde, war sogar noch auf den Nachbarinseln Teneriffa, La Palma und Gomera spürbar, auch wenn dort keine Vulkangefahr besteht.

Es gab durch die Beben- und Vulkantätigkeit keine Schäden, aber immer wieder kam es zu Erdrutschen auf El Hierro

Nach Angaben der spanischen Sicherheitsbehörden wurde auf El Hierro wie auf den anderen Kanaren-Inseln niemand verletzt. Auch an Gebäuden wurden keine Schäden festgestellt. Allerdings kam es zu mehreren Erdrutschen auf der gebirgigen Vulkaninsel El Hierro, deren höchsten Erhebungen 1500 Meter hoch sind. Die Bergstraße zwischen den beiden größten Inselorten Frontera (4000 Einwohner) und der kleinen Inselhauptstadt Valverde (5000 Einwohner) musste vorübergehend gesperrt werden. Ein kilometerlanger Straßentunnel zwischen den beiden Orten war bereits seit längerem wegen Erdrutschgefahr gesperrt.

Seit Mitte Juli 2011 wurde El Hierro durch mehr als 11.000 kleinere Erdbeben erschüttert. Im November 2011 nahm die Stärke der Beben immer weiter zu, was die Wissenschaftler als Warnsignal für einen neuen Vulkanausbruch interpretierten. Ein erster Krater war bereits am 10. Oktober im Meer etwa 1,5 Kilometer südlich von El Hierro aufgebrochen. Ein zweiter Vulkanausbruch wurde nördlich der Insel, ebenfalls in größerer Wassertiefe, vermutet.

Millionen Kubikmeter Lava flossen aus dem Unterwasser-Krater ins Meer – Schwefelgase und Kohlenstoffdioxid-Wolken verpesteten die Luft

Aus dem südlichen Unterwasser-Krater waren bis November 2011 annähernd 25 Millionen Kubikmeter Lava ins Meer geflossen. An der Wasseroberfläche blubberte es durch aufsteigende Gase heftig, auch schwarz-braune Lava-Fontänen stiegen zuweilen wie aus einem riesigen Springbrunnen aus dem Meer auf. Hier wuchs durch die sich anhäufende Lava ein neuer Vulkanberg in die Höhe. Der Kraterrand lag im November 2011 in etwa 200 Meter Wassertiefe. Erst Monate später, im März 2012, beruhigte sich der Unterwasservulkan wieder. Ralph Schulze

    STICHWORT: DIE KLEINE KANAREN-INSEL EL HIERRO

    Auf El Hierro, der kleinsten der bei Urlaubern so beliebten Kanarischen Inseln, wohnen etwa 11.000 Menschen. Etwa 650 Personen mussten evakuiert werden. Darunter die 600 Bewohner des Fischer- und Urlaubsortes La Restinga im Süden, in dessen Nähe sich der erste Unterwasser-Ausbruch abspielte. El Hierro ist mit etwa 270 Quadratkilometern etwas kleiner als der EU-Ministaat Malta im Mittelmeer. Das Eiland ist mit rund einer Million Jahren die jüngste der Kanarischen Inseln, die im Atlantik vor Westafrika liegen und allesamt vulkanischen Ursprungs sind.

    El Hierro war nie ein Ziel des Massentourismus wie etwa Teneriffa oder Gran Canaria. Auf El Hierro gibt es nur 1300 Touristenbetten in Hotels und Apartments. Pro Monat kommen nicht viel mehr als 2000 bis 3000 Urlauber. Die Gäste sind vor allem Spanier, Deutsche und Briten, die zum Wandern oder Tauchen auf die paradiesische Insel kommen. ze 

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