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Faszienierende Vulkane: Ihre Ausbrüche können gefährlich sein, ziehen aber auch immer Vulkan-Touristen an. Wie hier bei einer Eruption vor 40 Jahren auf der Kanaren-Insel La Palma. (Bild: ign)

 

 

 

SPANIEN LIVE – Die Gefahr eines explosiven Vulkanausbruchs auf der Kanaren-Insel El Hierro steigt. Die Behörden riefen im Süden der Insel, der am ehesten von gefährlichen Eruptionen erschüttert werden könnte, Alarmstufe rot aus. Die knapp 600 Bewohner des Urlaubs- und Fischerdorfes La Restinga wurden evakuiert, darunter auch 50 Touristen und ausländische Residenten. Die bei Urlaubern sehr beliebten Kanarischen Inseln gehören zu Spanien und liegen im Atlantik vor der westafrikanischen Küste.

Ein erster Vulkankrater hatte sich bereits am 10. Oktober 2011 im Meer, rund fünf Kilometer von La Restinga entfernt und in etwa 1000 Meter Wassertiefe, geöffnet. Doch der hohe Wasserdruck in der großen Meerestiefe sorgte bisher dafür, dass weder Lava noch Gas an der Oberfläche ankamen. Das könnte sich jedoch bald ändern, warnen die Wissenschaftler.

Wenn sich glühend heiße Lava ins Meer ergießt, Verdampfung eintritt und Gase austreten, ergibt sich ein explosives Gemisch

Den Messungen zufolge bewegen sich die Vulkan-Aktivitäten nun auf die Insel zu, was gefährliche Konsequenzen haben könnte. „Ein Ausbruch in flacheren Gewässern hätte eine größere Explosivität“, erläutert Juan Santana, Chef des Katastrophenschutzes auf den Kanarischen Inseln.

Wenn sich dann das mehr als 1000 Grad heiße Magma, die flüssige Gesteinsmasse, aus dem Vulkaninneren ins Meer ergießt, Wasser verdampft, Gase austreten, dann könne sich eine explosive Mischung ergeben und Lava aus dem Meer geschleudert werden.

Das Meeresgebiet vor der Südspitze der Insel wurde gesperrt, auch die Tauchtouristen müssen sich ein anderes Revier suchen

Wo und wann genau weitere Vulkanausbrüche zu erwarten sind, können auch die Experten nicht genau voraussagen. Sie ahnen nur so viel: „Es wird näher an der Küste sein:“ Und das lässt alle Alarmglocken schrillen. In geringer Wassertiefe könnte ein Vulkanausbruch „sehr gewalttätig“ sein“, warnt der Geologe Jose Luis Barrera.

Die Meereszone wurde für die Schifffahrt und die Fischer komplett gesperrt. Tauchaktivitäten, welche das ganze Jahr über viele Wassersport-Touristen nach La Restinga ziehen, wurden vor der Südküste der Insel ebenfalls untersagt.

Die Menschen auf der Insel sitzen auf gepackten Koffern – Im Meer und auch auf dem Land kann es eine neue Eruption geben

Auch auf Land sind Vulkanausbrüche möglich, zumal die poröse Insel einem Schweizer Käse gleicht und die frühere Vulkan-Entstehungsgeschichte mehr als 500 Krater in der Berglandschaft hinterließ. El Hierro ist mit etwas mehr als eine Million Jahren die jüngste der Kanarischen Inseln, von denen Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura und Lanzarote die bekanntesten Urlaubsziele sind.

Die Vulkan-Alarmstufe rot, bei der die Evakuierung der Bevölkerung anläuft, gilt vorerst nur für den besonders gefährdeten Süden der Insel. Für das übrige Inselterritorium blieb es zunächst bei der Warnstufe gelb, bei der die Menschen sich auf einen möglich Ausbruch vorbereiten und einen Notfall-Koffer mit dem Allernötigsten packen sollen.

Einige Tourismus-Unternehmer hoffen geradezu auf einen spektakulären Ausbruch, um das Geschäft anzukurbeln

Seit Mitte Juli war die Insel, die etwas kleiner als der EU-Staat Malta ist, von annähernd 10.000 Erdbeben erschüttert worden. Kurz nach dem heftigsten mit einer Stärke von 4,3 auf der Richterskala war der Unterwasser-Krater vor La Restinga aufgerissen.

Während die Schutzvorkehrungen auf der Insel mit knapp 11.000 Einwohnern auf Hochtouren laufen, hoffen einige Unternehmer, dass ein Vulkan-Ausbruch das Tourismus-Geschäft ankurbeln könnte. Die Hiobs-Nachrichten der letzten Wochen hatten zu zahlreichen Stornierungen in den Hotels geführt.

Deswegen sei nun eine Eruption „das Beste, was uns passieren kann“, tönte der Verband der Kleinunternehmer. „Und zwar nicht im Meer, sondern auf dem Land“ – sonst bekomme man ja nichts zu sehen. Ralph Schulze

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