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Kirche - sexueller Missbrauch von KindernEmpört über sexuellen Missbrauch in Spaniens Kirche: Papst Franziskus entschuldigt sich bei den Opfern und fordert eine Aufklärung des Skandals. (Bild: ar)

SPANIEN LIVE - 24.11.2014 - Mehrere spanische Priester sollen in der andalusischen Provinz Granada jahrelang Kinder sexuell missbraucht haben. Der Skandal flog nun auf, nachdem eines der inzwischen erwachsenen Opfer einen Brief an Papst Franziskus schickte, in dem er die ungeheuerlichen Taten schilderte. Inzwischen ermittelt die Polizei gegen mindestens zehn Geistliche und mehrere Religionslehrer. Auch der Bischof von Granada, welcher der päpstlichen Bitte um Aufklärung nur zögerlich nachkam und sich vorwerfen lassen muss, die mutmaßlichen Täter geschützt zu haben, steht unter Beschuss.

Jener heute 24 Jahre alte Spanier, der den Papst schriftlich um Hilfe bat, staunte nicht schlecht, als sein Handy klingelte und der katholische Oberhirte persönlich am Telefon war: „Als ich deinen Bericht gelesen habe, fühlte ich einen riesigen Schmerz“, soll Papst Franziskus dem jungen Mann gesagt haben, der offenbar seit seinem 12. Lebensjahr die sexuelle Gewalt der Religiösen ertragen musste. „Ich bitte im Namen der ganzen Kirche um Entschuldigung für diese schwerwiegende Sünde.“ Und: „Du hast meine ganze Unterstützung.“

Der Papst, der mehrfach öffentlich angekündigt hatte, „Null Toleranz“ gegenüber sexuellen Verbrechen innerhalb der Kirche zu haben, forderte den Mann auf, Strafanzeige bei der Polizei zu stellen. Auch wenn der Ermittlungsrichter den Fall zur Geheimsache erklärte, sickerte durch, dass gegen mindestens drei Geistliche und einen Religionslehrer wegen sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung ermittelt wird – die vier wurden inzwischen festgenommen. Weitere Kirchenmänner werden der Beihilfe beschuldigt, weil sie alles gedeckt und geduldet haben sollen.

Die Untersuchungen stützen sich auf die Aussagen von wenigstens zwei mutmaßlichen Opfern, zwei junge Männer, die sich bei der Polizei meldeten. Sie sollen in katholischen Einrichtungen, aber auch in Wohnungen der Priester zu sexuellen Handlungen gezwungen worden zu sein. „Keiner kann sich vorstellen, was für eine Tortur ich durchgemacht habe“, sagte einer der beiden, welcher als Messdiener in einer Gemeinde Granadas geholfen hatte.

Es ist gut denkbar, dass es noch mehr Opfer gibt, die nun, nach Jahren des schamvollen Schweigens, ebenfalls zur Polizei gehen. Spanische Medien sprechen bereits von „einem der schlimmsten Missbrauchsfälle in der spanischen Kirchengeschichte“. Dabei wurde Spaniens katholische Kirche bereits öfter von Sexskandalen erschüttert: Alleine im vergangenen Jahr 2013 wurden diverse kirchliche Missbrauchsfälle zum Beispiel auf Mallorca, in Valencia und in Galicien bekannt.

Dem Bischof Granadas, Francisco Javier Martínez, wird in der jüngsten Affäre angelastet, nicht ausreichend durchgegriffen zu haben. Auf die ersten Hinweise jenes Opfers, das sich später verzweifelt an den Papst wandte, soll er überhaupt nicht reagiert haben. Spanische Medien berichten, dass auch ein Vertrauter des Bischofs in den Skandal verwickelt sein soll.

Es wird nicht ausgeschlossen, dass der Bischof vom Papst abberufen wird. Bischof Martínez ist schon länger ein umstrittener Hirte - er gilt als Fundamentalist: 2013 veröffentlichte er im Bistumsverlag das Buch „Heirate und ordne dich unter“, was ihm den Vorwurf einbrachte, Gewalt gegen Frauen Vorschub zu leisten. Auch seine Definition des Schwangerschaftsabbruchs als „lautlosen Völkermord“ brachte ihm Kritik ein. Ralph Schulze

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