Kinderpornografie

Auch Spaniens Polizei fahndet im Internet nach Kinderpornografie: Wer Kinderpornos herunterlädt, besitzt oder vertreibt kann mit Gefängnis bestraft werden. (Bild: Nationalpolizei)

SPANIEN LIVE - 21.10.2015 - Die Funde waren sogar für die auf Kinderpornografie spezialisierten Beamten schockierend: Viele Bilder und Videos zeigten den sexuellen Missbrauch kleiner Kinder, sogar von Babys – einigen Opfern waren die Hände gefesselt worden. Mitte Oktober 2015 nahmen spanische Fahnder in einem großen Schlag gegen diesen Kinderpornoring 81 Menschen fest - durchweg Männer. Ihnen wird vorgeworfen, dieses abscheuliche Material im Internet verbreitet und in Netzwerken getauscht zu haben. Nun wird geprüft, ob die Verdächtigen auch beim sexuellen Missbrauch der Kinder aktiv beteiligt waren.

„Einige dieser Bilder sind extrem brutal und haben sadistische oder bestialische Züge“, berichtete Spaniens Nationalpolizei. Nach Beobachtung der Ermittler benutzen die Täter immer raffiniertere Methoden, um ihre Horror-Aufnahmen im Internet zu verstecken und einem eingeweihten Kreis von Konsumenten zugänglich zu machen. Demzufolge wird das Kindersexmaterial nicht nur in geschlossenen Tauschbörsen gehandelt. Sondern die Datenarchive werden zum Beispiel auch in harmlosen Netzangeboten versteckt - wie zum Beispiel auf Webseiten mit Zeichentrickfilmen.

Die Makrooperation in Spanien mit zahlreichen Festnahmen in Madrid, Barcelona, Valencia, Sevilla und auch auf Mallorca ist der Erfolg einer spanischen Polizeieinheit für technologische Delikte. Diese „Cyberpatrouille“ überwacht mit speziellen Programmen das Internet und sucht ständig nach verbotenen kinderpornografischen Erzeugnissen. Wenn sie auf Kindersex-Produkte stoßen, verfolgen die Fahnder die Spuren bis zum Anbieter und zu den Kunden. Und sie versuchen, diese schmutzigen Geschäfte durch strafrechtliche Ermittlungen zu stoppen.

Die nun in Spanien Festgenommenen stammen aus allen Schichten, berichtete ein Ermittler. „Es existiert kein bestimmtes soziales Profil“ der Pädophilen. Viele Verdächtige seien verheiratet, andere alleinstehend und auch Minderjährige gehörten dazu. Ehefrauen, Familienangehörige und Nachbarn seien aus allen Wolken gefallen, als sie von den Vorwürfen hörten.

Den Ermittlungen zufolge stammen die meisten auf den Aufnahmen zu sehenden Kinder nicht aus Europa, sondern aus asiatischen und lateinamerikanischen Ländern oder aus Osteuropa und Russland. Zum Teil seien die Herkunftsstaaten identisch mit jenen Regionen, in denen auch Kindersex-Tourismus verbreitet ist wie zum Beispiel in Thailand, Kambodscha oder Vietnam. Bei der Strafverfolgung der Kinderpornografie arbeiten die europäischen Behörden inzwischen eng mit anderen westlichen Ermittlungsbehörden etwa in den USA oder Kanada zusammen.

Die Verbreitung von kinderpornografischem Material kann im spanischen Königreich laut Artikel 189 des spanischen Strafgesetzes mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden - wer organisierten Handel mit Kinderpornos betreibt, dem blühen sogar neun Jahr Haft. Auch das Herunterladen, der Kauf und Besitz werden als Straftat gewertet und mit bis zu einem Jahr Gefängnis geahndet. In Deutschland kann übrigens bereits die Suche nach Kinderpornografie im Internet polizeiliche Ermittlungen auslösen und als Straftat gewertet werden. red

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