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Mallorca_Bombenmaterialien

Rechtsradikaler kaufte Chemikalien für den Bombenbau: Genug für ein Massaker, sagt die Polizei. (Bild: policia nacional)

SPANIEN LIVE – 04.10.2012 – „Wisst ihr, was ich am meisten hasse? Die Gesellschaft!“, hatte der 21-Jährige in sein Tagebuch geschrieben. Auch seine Attentatspläne hatte er gewissenhaft notiert, mit denen er sich an der von ihm verabscheuten Welt rächen wollte. Mit mehreren Rohrbomben plante er, ein Blutbad an der Universität in Palma de Mallorca zu provozieren. Bevor es soweit kam, nahm die Polizei den potenziellen Amokläufer fest. Er war im Internet durch fanatische und rechtsradikale Anschauungen aufgefallen. Man habe ein „Massaker“ verhindern und „viele Leben“ retten könne, sagte Spaniens Innenminister Jorge Fernandez Diaz.

Monatelang hatten die Ermittler den jungen Rechtsradikalen observiert. Er hatte an der Berufsschule eine Elektrotechnik-Ausbildung begonnen, es lief aber nicht gut: Er hatte offenbar Probleme mit den Lehrern, mit den Mitschülern, brach die Schule ab. Von da an fiel er durch Hasstiraden auf, die er im Internet platzierte. Mit wüsten Drohungen unter anderem gegenverwöhnte Studenten, die er offenbar vor allem auf der Uni in Palma ortete.

Gleichzeitig äußerte er Bewunderung für zwei junge Amokläufer, die am 1999 an der Colombine-High-School im US-Staat Colorado mit Feuerwaffen zwölf Schüler und einen Lehrer töteten. Anschließend brachten sich die Colombine-Attentäter, zwei Schüler, selbst um.

21-Jähriger besorgte sich Bombenmaterialien übers Internet – „Hass auf die Gesellschaft und auf die Universität“

Auch der nun verhaftete 21-jährige Spanier versuchte, sich Waffen zu besorgen. Als dies nicht gelang, bestellte er per Internet Chemikalien, um Bomben zu bauen. Ebenfalls Rohre, in denen der Sprengstoff platziert werden sollte. Als die Materialien bei ihm zu Hause eintrafen, griff die Polizei zu. Insgesamt 140 Kilogramm Bombenmaterialien wurden bei ihm sichergestellt. Genug, um Teile der Universität, an der derzeit mehr als 15.000 Studenten eingeschrieben sind, in Schutt und Asche zu legen.

In seinem Tagebuch schrieb sich der junge Mann „seinen Hass auf die Gesellschaft, besonders auf die Studenten der Universität“ von der Seele. Und er brachte auch „seine Entscheidung, an strategischen Orten auf dem Uni-Gelände Splitterbomben zu platzieren“ zu Papier, berichteten die Fahnder. Zudem habe der 21-Jährige davon gesprochen, nach der Tat, wie seine beiden „Vorbilder“ von der Colombine-High-School, Selbstmord zu begehen.

Ein Sonderling: Intelligent, introvertiert, frustriert - In Internetforen redselig, auf der Straße schweigsam - Ein Journalist warnte die Polizei

Er wurde von der Polizei als „intelligent, introvertiert, frustriert“ beschrieben, habe „Probleme mit der Gesellschaft und Sympathie für Nazi-Symbole“ gehabt sowie sich für rechtsradikales Gedankengut interessiert. Vorübergehend habe er sogar Adolf Hitlers Propagandaschrift „Mein Kampf“ gelesen.

Im Internet äußerte er sich abfällig über Immigranten und faselte vom „Rassenkrieg“. „Auf Mallorca brauchen wir eine patriotische Haltung. Wir brauchen Patrioten, die bereit sind, gegen die Einwanderung zu kämpfen.“ Der Beinahe-Amokläufer habe aber „zu keiner Bande oder politischen Gruppe gehört“, sondern offenbar alleine gehandelt. Er habe vorzugsweise via Internet mit der Außenwelt kommuniziert, sei sonst aber ein schweigsamer Sonderling gewesen.

Übrigens hatte ein Journalist, der im Internet zum Thema Amokläufer recherchierte, die Ermittler auf die Spur gebracht. Dem Reporter war aufgefallen, dass der junge Mann mit der Tat der Colombine-Attentäter sympathisierte und diese als seine „Idole“ bezeichnete. „Es starb niemand, der es nicht verdiente“, soll er unter anderem über die  Mord-Tat an der High School geäußert haben. Der Journalist informierte daraufhin die Polizei. Ralph Schulze

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