Mietwagen vergleichen auf Deutschlands größtem Mietwagen-Preisvergleich

Eurovegas_auf_dem_Acker

Glücksspiel in Spanien: Auf diesem Acker in der Nähe Madrids soll Eurovegas entstehen (Bild: cm)

SPANIEN LIVE – 11.02.2013 – Auf den ersten Blick sieht es für das Krisenland Spanien aus wie ein Geschenk des Himmels: Ein US-Milliardär will auf einem Acker im Westen von Madrid mindestens 260.000 neue Jobs schaffen, 17 Milliarden Euro investieren. Eine gigantische Glücksspiel- und Freizeitstadt soll vor den Toren der spanischen Hauptstadt nahe des Vorortes Alcorcon entstehen. Ein Las Vegas in Europa, das der amerikanische Kasino-Mogul Sheldon Adelson unter dem Projektnamen „Eurovegas“ errichten will.

Insgesamt 12 riesige und luxuriöse Hotel-Anlagen mit zusammen 36.000 Zimmern möchte Adelsons Kasino-Konzern Las Vegas Sands bauen. Sechs Spielkasinos mit mehr als 1000 Glücksspieltischen und 18.000 Spielautomaten sollen die Besucher bei Laune halten. Hinzu kommt eine Veranstaltungshalle für 15.000 Menschen, Theater, Tagungssäle, Kinos, Golfplätze. Eine Vergnügungsstadt, deren Restaurants, Bars, Klubs und Diskotheken zudem 50.000 Personen aufnehmen sollen.

Ein Spielerparadies, in dem Spaniens Gesetze nicht gelten? - Steuervorteile für die Investoren - Die spanischen Bürger müssen derweil den Gürtel enger schnallen

Doch Eurovegas, das nach den hochfliegenden Plänen schon im Jahr 2017 eröffnet werden könnte, weckt auch Zweifel: Der Glücksspiel-Unternehmer Adelson, der bereits in Las Vegas und Asien aktiv ist, pokert hart und verhandelte offenbar erfolgreich über jede Menge Ausnahmebedingungen: Spanischen Medien zufolge  wurden ihm Vorteile bei Steuern und Sozialabgaben in der Glücksspielstadt, ein laxeres Arbeitsrecht, Lockerung der Geldwäschekontrolle und des spanischen Rauchverbots zugesichert.

Derartige Extrawürste kommen nicht gerade gut an bei der spanischen Bevölkerung, welche derzeit den Gürtel immer enger schnallen und sich viele Wünsche verkneifen muss: Angesichts der hohen Staatsschulden mussten die Bürger bereits happige Steuererhöhungen, Kürzungen sozialer Leistungen und Gehaltsverluste hinnehmen. Auch Spaniens lahmende Wirtschaft, die derzeit eine schlimme Krise durchmacht und eine Pleitewelle verkraften muss, fordert Gleichbehandlung.

Die Gegner warnen davor, dass dieses Milliardenprojekt auch Korruption, Kriminalität und Prostitution anzieht - Viele Versprechen seien nichts als „Lügen“

Aber die Hoffnung auf das große Geld hat anscheinend die Madrider Regionalregierung, welche dem Kasino-Milliardär weit entgegenkommen will, angesteckt und alle Bedenken vom Tisch gefegt. Das geplante Glücksspielparadies sei „eine sehr wichtige Investition in Zeiten der Krise“, erklärt die konservative Regierung der Hauptstadtregion mit „großer Befriedigung“.

Die sozialdemokratische Opposition warnt derweil, dass die Glücksspielgeschäfte einen „schlechten Ruf“ haben, Kriminalität und Prostitution anziehen könnten und mit Eurovegas ein „Finanzparadies“, ein „rechtsfreier Raum“ und „das größte Bordell Europas“ entstehen werde. Viele Versprechen des auch in den USA nicht unumstrittenen Kasino-Investors Adelson seien nichts als „Lügen“, wettert Oppositionschef Tomas Gomez.

Die Bürgerinitiative „Eurovegas No“ trommelt bereits für den Kampf gegen das umstrittene Projekt, weil es nicht nur Korruption, Spekulation und Bausünden die Tür öffne, sondern Spanien in ein Land „der Kellner und Prostituierten“ verwandeln werde. Das krisengeschüttelte Königreich brauche stattdessen Investitionen in zukunftsträchtige Industrie und Technologie. Die katholische Kirche warnt derweil, dass sich hinter den großen Zockerplänen „die Verkommenheit“ eines Sündenreiches verberge. Ralph Schulze

Pin It
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste.
Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.