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Drogenland Spanien

Razzia: Spaniens Polizei kämpft erfolgreich gegen den Schmuggel von Drogen. (Bild: Mi) 

SPANIEN LIVE - 04.02.2014 - Spaniens Drogenfahnder haben mehr Arbeit als ihre europäischen Nachbarn. Die iberische Halbinsel gilt schon lange als Einfallstor für Rauschgifte. Vor allem von Haschisch, das fast ausschließlich aus Marokko übers Mittelmeer nach Südspanien geschmuggelt wird. Und von Kokain, welches aus Lateinamerika vorzugsweise zur nordspanischen Atlantikküste verschoben wird.

Nach Angaben des Innenministeriums in der spanischen Hauptstadt Madrid beschlagnahmte die iberische Anti-Drogen-Polizei im Jahr 2012 insgesamt 325 Tonnen Haschisch. Das sind fast 75 Prozent jener Cannabis-Menge, die in der ganzen Europäischen Union von den Sicherheitskräften entdeckt wurde. Auch beim Kokain lag Spanien mit über 20 Tonnen - mehr als 40 Prozent aller EU-Funde - vorne. Heroin taucht in Spanien derweil weniger als in anderen EU-Ländern auf.

Die wichtigste Route führt übers Meer: Kokain kommt tonnenweise und meistens in Überseecontainern versteckt aus Lateinamerika in den Häfen an

Spanien sei so etwas wie „die Rückhaltemauer“ gegen die Drogenmafia, erklärt das Innenministerium und lobt die „erfolgreiche Arbeit“ der Polizei. In der Tat vergeht kein Tag, an dem in den TV-Nachrichten nicht über einen neuen spektakulären Schmuggelfall berichtet wird.

Die Mafia nutzt viele Tricks, um ihre heiße Ware nach Spanien zu bringen, aber der wichtigste Weg führt übers Meer: So werden zum Beispiel Kokainpakete oft in Kolumbien, das zusammen mit Peru und Bolivien zu den weltgrößten Kokainproduzenten zählt, in Frachtcontainern versteckt und dann zur Mittelmeerstadt Valencia oder auch nach Barcelona verschifft.

Wegen der gemeinsamen Sprach- und Kulturwurzeln hat es die Drogenmafia in Lateinamerika leicht, über Spanien ihre dunklen Geschäfte zu organisieren. „Die Kolumbianer“, heißt es bei der spanischen Polizei, „können sich hier unauffälliger als in anderen europäischen Ländern bewegen.“

Haschisch wird aus dem nahen Marokko übers Mittelmeer geschmuggelt – Das nordafrikanische Land ist einer der größten Cannabis-Produzenten

Hochmotorisierte Schnellboote transportieren derweil im Schutz der Nacht von der marokkanischen Küste aus tonnenweise Haschisch zu südspanischen Stränden. Marokko gilt als größtes Anbaugebiet der Cannabispflanze, aus welcher Haschisch gewonnen wird.

In Marokko leben zigtausende Bauern vor allem im nördlichen Rif-Gebirge vom Cannabisanbau. Er ist die wichtigste und oft einzige Einnahmequelle für die Rif-Bevölkerung, die von Marokkos Regierung jahrzehntelang vernachlässigt wurde. Es wird vermutet, dass in Marokko auch Polizei, Militär und höchste Stellen bis hin zum Königshof in das einträgliche Drogengeschäft verwickelt sind.

Wenigstens den Schmuggel von Haschisch konnte Spanien bremsen: Die Zahl der Lieferungen aus Marokko geht seit Jahren zurück. Zweifellos ein Erfolg der massiven Absicherung der Seegrenze am Mittelmeer, wo Spanien auch wegen der Ankunft illegaler Bootsflüchtlinge aus Afrika aufrüstete. Die Küste wird nun per Radar, mit Kameras, Flugzeugen und sogar Satelliten überwacht, sodass verdächtige Seefahrzeuge frühzeitig entdeckt werden können.

Ein Teil der in Spanien ankommenden Drogen wird in andere EU-Länder weitergeschmuggelt. Aber auch der Drogenkonsum in Spanien selbst ist nicht unerheblich und bereitet Sorgen. Vor allem in der jungen Generation sind Haschisch und Kokain weit verbreitet. Der Verbrauch ging zwar, nach Einschätzung der Europäischen Drogen-Beobachtungsstelle, in den letzten Jahren leicht zurück. Spanien gehöre aber beim Rauschgiftkonsum immer noch zu den europäischen Spitzenreitern. Ralph Schulze

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