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Drogen und Partys nicht nur auf Ibiza

Party: Nicht nur auf Ibiza und Mallorca sind dann oft auch Drogen dabei. (Bild: ar)

SPANIEN LIVE - 03.07.2014 - Erst verfolgte er Touristen am Strand und versuchte, sie zu beißen. Dann griff er Sanitäter und Polizisten an, die ihn überwältigen wollten. Am Ende waren zehn Beamte notwendig, um den 28-jährigen Engländer am Strand des mallorquinischen Urlaubsortes Magaluf zu bändigen. Er hatte offenbar eine neue Droge ausprobiert, welche nun auf Mallorca auftauchte und die Konsumenten in beißwütige Zombies verwandeln kann. Deswegen wird dieses gefährliche Rauschgift auch „Kannibalen“-Droge genannt.

Auf der balearischen Nachbarinsel Ibiza registrierte die Polizei ähnliche Beißattacken. Man habe kürzlich „einen Ausbruch extremer Gewalt“ bei mehreren Drogenkonsumenten erlebt, berichteten Antidrogenfahnder. Nun fürchten die Beamten, dass dies erst der Anfang einer ganzen Welle sein könnte. Möglicherweise versuche die Drogenmafia, das neue gefährliche Rauschmittel auf den Ferieninseln einzuführen, erklärte die Polizei, die vor dieser neuen Droge ausdrücklich warnt.

Ibiza gilt als europäisches Drogen-Versuchslabor – Rauschgifte werden in der Party-Hochburg getestet, bevor sie in Europa auf den Markt kommen

Vor allem Ibiza gilt als europäische Party-Hochburg, wo die Drogenszene sehr aktiv ist. Rauschgifte wie Ecstasy, Kokain, Marihuana und auch die Modedroge Crystal Meth sind dort unter jenen jungen Menschen, welche die ganze Nacht durchfeiern wollen, weit verbreitet. Als Zentrum des ibizenkischen Party-Tourismus gilt der Ort San Antonio.

Erst vor kurzem beklagte der Chef der Gesundheitsbehörden auf den Baleareninseln, Raúl Izquierdo, dass Ibiza der europäischen Drogenmafia als eine Art Versuchslabor diene. Die meisten neuen Drogen würden zuerst auf Ibiza ausprobiert, bevor sie dann auf Mallorca und in ganz Europa angeboten werden. Es sei zudem Besorgnis erregend, dass der Drogenkonsum auf den Badeinseln „unaufhaltsam steigt“. Obwohl parallel auch der Kampf gegen Drogen verstärkt worden sei.

Die jetzt in Spanien aufgetauchte „Kannibalen“-Droge, die von den Wissenschaftlern auf den Namen Methylendioxypyrovaleron (MDPV) getauft wurde, ist eine synthetische Designerdroge, die erstmals vor zwei Jahren in den USA Schlagzeilen machte. Sie ist in der Szene auch unter den Namen Cloud Nine, Monkey Dust, Magic oder „Cannibal“ bekannt.

Die Designerdroge „Cannibal“ kann zerstörerische Nebenwirkungen haben: Beißanfälle, Suizidsehnsüchte, extreme Gewalttätigkeit, Wahnvorstellungen

Im Jahr 2012 ereigneten sich in den USA mehrere Attacken, die ebenfalls mit dieser zerstörerischen Psychodroge in Verbindung gebracht wurden. Weltweites Aufsehen erregte damals vor allem der Fall eines Mannes, der in Miami einen Obdachlosen angefallen und ihm wie ein tollwütiger Hund das Gesicht buchstäblich zerfleischte. Polizisten erschossen den Angreifer.

Die spanischen Drogenfahnder beschreiben MDPV als ein Rauschgift, das wie Kokain geschnupft, geraucht oder injiziert werden kann. Die Nebeneffekte seien unter Umständen brutal: Der Stoff könne extreme Gewalttätigkeit, Wahnvorstellungen, Suizidabsichten oder eben auch kannibalische Anfälle provozieren.

Spanien gilt schon lange als europäisches Einfallstor für Rauschgifte. Vor allem von Haschisch, das fast ausschließlich aus Marokko übers Mittelmeer nach Südspanien geschmuggelt wird. Und von Kokain, welches aus Lateinamerika vorzugsweise zur nordspanischen Atlantikküste verschoben wird.

Ein Teil der in Spanien ankommenden Drogen wird in andere EU-Länder weitergeschmuggelt, erhebliche Mengen werden jedoch im eigenen Land konsumiert: Entsprechend gehören die Spanier beim Rauschgiftkonsum zu den europäischen Spitzenreitern. Ralph Schulze

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