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Cafe_solo

Wer in Spanien einen Espresso möchte, bestellt einen café solo. Lisa Graf-Riemann hat den Spaniern in ihrem Buch „Spanien 151“ nicht nur beim Kaffeetrinken zugeschaut. (Bild: Conbook/Gabi Fischer von Weikersthal)

SPANIEN LIVE Service - Lehrreich, kurzweilig, amüsant – das Buch „Spanien 151“ entführt  auf eine wunderbare Reise quer durch das pralle Leben Spaniens. Eine Entdeckungstour, die Spaß macht und viele interessante Infos über das spanische Königreich enthält. In 151 szenischen Kurzberichten nähert sich Lisa Graf-Riemann dem spanischen Alltag. Erzählt auf höchst unterhaltsame Weise Anekdoten, Beobachtungen und Erlebnisse, welche das Reiseland Spanien in seinen unzähligen und vielfarbigen Facetten nahebringen. Ein schönes Buch, kenntnisreich geschrieben und reichhaltig bebildert, das einen guten Einblick ins aktuelle Spanien vermittelt. Auszüge aus Graf-Riemanns Momentaufnahmen, in denen sie sich auch dem Thema Kaffee und Espresso in Spanien widmet:

Café solo - Ein Kaffee ohne Begleitung

Spanien ist bis heute ein Cappuccino- und Latte-macchiatofreier Fleck auf der Landkarte. In Spanien vermisst man sie nicht. Nicht einmal einen Espresso bestellt man in Spanien, sondern einfach Kaffee.

Un café ist ein Espresso, von der Menge her etwas mehr als in Italien und etwas weniger stark, vom Geschmack her aber auch sehr fein. In Unterscheidung zu anderen Kaffees heißt er auch café solo – Kaffee ohne Begleitung, sprich ohne Milch. Denn Zucker gehört auf jeden Fall in den café. Wie sagte der Kaffee zum Zucker? »Ohne dich wäre mein Leben bitter« – »Sin ti, mi vida sería amarga.«

Kommt Milch in den café, dann wird er zum cortado, zum »Verschnittenen« – eine Alternative für magenempfindliche Kaffeetrinker. Erst wenn der Kaffee zur Milch kommt, heißt das Ganze café con leche. Er wird entweder in einer großen Tasse serviert oder auch im Glas, das allerdings nie so groß wie ein Latte-macchiato-Glas ist.

Dass ein carajillo noch etwas Schärferes als Milch und Zucker enthält, hört man schon am Namen. Es ist Schnaps oder Brandy, der da mit Karacho die Speiseröhre hinunterbrennt und für vorübergehende Betäubung der Magennerven sorgt, aber auch für Wärme und eine Art Reinigung.

Café bombón - Die Kaffeepraline

Ich weiß nicht genau, wer die Fans des café bombón sind und wo sie sich genau tummeln. Ich stelle mir eine Gruppe älterer Damen mit gepflegter Frisur und rosa oder apricotfarben lackierten Nägeln und perlenbestickten Handtäschchen vor, die in einem gediegenen Kaffeehaus sitzen oder in einer beliebten Konditorei.

Irgendwo, wo ich nicht so oft hinkomme oder zu Uhrzeiten, an denen ich anderes zu tun habe. Es gibt ihn nicht in jeder Bar an der Ecke, aber in den Cafés, die etwas auf sich halten, steht er immer auf der Getränkekarte.

Der café bombón ist die Praline unter den Kaffees, ein zuckersüßes, zweifarbiges Vergnügen, wie ein Biss in eine feine Mokkapraline. Er wird im Glas serviert, damit die optische Wirkung voll zur Geltung kommt. Das Glas, unten schmäler, oben breiter, nicht zu groß, üppig im Gehalt, aber nicht in der Menge. Unten die cremefarbene Schicht aus sämiger, gezuckerter Kondensmilch – ich glaube, die gibt es bei uns gar nicht – darüber der schwarze café solo mit seiner kaffeebraunen Crema. Black and white – blanco y negro. Erst ein Augenschmaus, dann, nach dem Verrühren, ein Gaumenschmaus. Dem Zuckerschock setzt man das mitgelieferte Glas Wasser entgegen. Oder eine copita, ein Gläschen Hochprozentiges.

Lisa Graf-Riemann , Spanien 151, Portrait eines Landes mit vielen Gesichtern in 151 Momentaufnahmen, Conbook Verlag, 14,95 Euro

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