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Weihnachtslotterie 2014Los der spanischen Weihnachtslotterie: Die ganze Nation spielt mit und auch im Ausland kann man per Internet Losscheine erwerben. (Bild: SpanienLive.com) 

SPANIEN LIVE Service – Die spanische Weihnachtslotterie gilt nicht nur als die größte Ziehung der Welt, sondern sie ist auch ein Glücksspiel voller Aberglauben und Anekdoten. Und dazu gehört, dass die Lottospieler jedes Jahr Glückszahlen hinterherjagen, die das echte Leben schrieb. Meist sind sie geprägt durch die Kalenderdaten guter oder schlechter Nachrichten, welche im ablaufenden Jahr im Königreich Schlagzeilen machten.

Am 22. Dezember wird man wissen, ob die abergläubische Rechnung von so manchem Glücksritter aufgegangen ist. Denn dann wird wieder der „Gordo“ (der Dicke) ausgeschüttet, der millionenschwere Hauptgewinn, den sich üblicherweise mehrere tausend Menschen teilen. Mit diesem Geldregen, der oft ganze Ortschaften oder Stadtviertel reich macht, beginnt in Spanien traditionell das Weihnachtsfest.

Eine dieser magischen Lottozahlen war zum Beispiel im Jahr 2014 die begehrte Losnummer 17114. Sie steht für das Gründungsdatum der spanischen Aufsteiger-Partei „Podemos“ (Wir können). Diese politische Gruppierung, die aus der Protestbewegung der „Empörten“ entstand, wurde am 17. Januar 2014 geboren.

Auch die Zahlenfolge 02614, welche an die Abdankung von Spaniens altem Skandalkönig Juan Carlos am 2. Juni 2014 erinnerte, war schon lange ausverkauft. Genauso wie die hoffnungsbeladene Losnummer 19614, die für den Dienstantritt des reformfreudigen Thronfolgers Felipe am 19. Juni 2014 stand.

Ort und Umstände des Loskaufs spielen für viele Zocker ebenfalls eine Rolle: Es gehört zur Tradition, mit Familie, Kollegen oder dem Fußballverein Lose zu teilen. Auch bestimmte Lottobuden sollen die Gewinne anziehen. Wie etwa die „Goldhexe“ im Pyrenäendorf Sort (Glück). Oder der historische Loskiosk „Doña Manolita“ in der City Madrids. Das Geheimnis dieser Verkaufsstellen liegt aber wohl eher im Marketing – sie multiplizieren mit riesigen Losumsätzen die Chance, das ein großer Gewinn auf eine hier verkaufte Nummer fällt.

Trotzdem vollbringt die Göttin Fortuna immer wieder Bemerkenswertes und scheint den Glauben zu bestätigen, dass auch das Ungemach das Glück anzieht: Denn im Jahr 2013 prasselte zum Beispiel ein großer Teil des fetten Hauptpreises über der Madrider Arbeitervorstadt Leganés nieder, wo die spanische Wirtschaftskrise besonders heftig wütete. Nicht wenigen Armen und Arbeitslosen versüßte der „Gordo“das Weihnachtsfest.

Insgesamt werden bei der spanischen Weihnachtslotterie 2014 Gewinne in Höhe von 2,2 Milliarden Euro ausgeschüttet. Jede Losnummer spaltete sich in 2014 in 160 Serien und jede Serie in Zehntellose, die „décimos“, welche für 20 Euro verkauft werden. Von jeder Nummer existierten also 1600 Zehntellose. Im Falle des Hauptgewinnes heißt dies, dass jedes Zehntellos mit 400.000 Euro bedacht wurde. Insgesamt war also in 2014 allein der „Gordo“ 640 Millionen Euro schwer.

Doch auch Spaniens Finanzamt kassiert mit und wird jedes Jahr zum eigentlichen Hauptgewinner der Weihnachtslotterie. Bei allen ausgeschütteten Prämien über 2500 Euro erhob der spanische Fiskus im Jahr 2014 20 Prozent „Glückssteuer“. So dass auch die Gewinnauszahlung für ein mit dem „Gordo“ beglückten Zehntellos von 400.000 auf 320.000 Euro schmolz. Aber auch das war ja noch eine schöne Bescherung. Ralph Schulze

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