Weihnachstlotterie Wissenswertes

Weihnachtslotterie in Spanien: Auch Ausländer können mitspielen, sollten sich aber vorher informieren. Manche Losvermittler im Internet kassieren hohe Kommissionen. (Bild: SpanienLive.com)

SPANIEN LIVE Service – Millionen Spanier haben kurz vor Weihnachten einen gemeinsamen Traum: Einmal den „Gordo“ zu gewinnen, die dicke Hauptprämie der Weihnachtslotterie, die als älteste und prämienreichste Ziehung der Welt gilt. Das ganze Königreich fiebert bei der Auslosung der Glückszahlen am 22. Dezember mit, die in Spanien zur Weihnachtstradition gehört wie andernorts der Tannenbaum. Dabei ist es Brauch, dass Familien, Freunde und Kollegen ein gemeinsames Los kaufen, weil sie ihr Glück teilen wollen.

Allein der „Dicke“ ist 680 Millionen Euro schwer (Stand 2018), wird aber wegen der großen Stückelung der Losnummern meist unter tausenden Glückspilzen aufgeteilt. Insgesamt werden 2,4 Milliarden Euro an Gewinnprämien ausgeschüttet. Da die statistischen Gewinnchancen größer sind als bei den meisten anderen europäischen Lotterien, spielen auch viele Ausländer mit, die ihre Lose im Spanienurlaub oder im Internet kaufen.

Einer gewinnt übrigens immer bei der „lotería de navidad“: der spanische Staat. Das Finanzministerium kann sich allein durch den Losverkauf über mehr als eine Milliarde Euro an Sondereinnahmen freuen. Beim großen Geschäft mit dem Weihnachtslotto mischen auch zunehmend Händler im Internet mit. Dies ist nach Erkenntnissen von Verbraucherschützern nicht durchweg vorteilhaft für die Kunden, weil zuweilen überhöhte Lospreise kassiert werden. Die Polizei warnt wiederum vor Betrügern, die jedes Jahr mit falschen Gewinnversprechungen Kasse machen.

Die wichtigsten Fakten zu Europas berühmtester Weihnachtsziehung:

Wie funktioniert Spaniens Weihnachtslotterie? Insgesamt werden 100.000 Losnummern in insgesamt 170 Serien (Stand 2018) vertrieben. Jedes Serienlos ist wiederum in zehn „décimos“, in Zehntellose, gesplittet – sodass jede Losnummer genau 1700 Mal existiert. Wegen dieser Aufsplittung gewinnen immer viele Menschen gleichzeitig.

Wie viel kostet ein Losschein? Die im spanischen Lottohandel vertriebenen Zehntellose kosten offiziell 20 Euro (2018). Bei fliegenden Händlern und im Internetvertrieb kommen nicht selten Kommissionen hinzu. Vor allem ausländische Onlinehändler schlagen oftmals zwischen 30 und 100 Prozent auf den Originalpreis.

Wie sind die Gewinnchancen? Die Wahrscheinlichkeit, mit dem Hauptpreis bedacht zu werden, liegt bei 1:100.000, da exakt 100.000 verschiedene Losnummern im Umlauf sind. Da jede Nummer 1700 Mal als Zehntellos existiert, wird die Hauptprämie von 680 Millionen unter 1700 Gewinnerlosen geteilt. Auf jedes Glückslos fallen somit 400.000 Euro – theoretisch wenigstens, denn Spaniens Finanzamt kassiert (auch von Ausländern) gleich bei der Auszahlung 20 Prozent Glückssteuer. Nur Gewinne bis 10.000 Euro sind steuerfrei (Stand 2018).

Wie werden die Gewinne ausgezahlt? Wer in Spanien lebt, bekommt Gewinne über die Lottoverkaufsstellen oder (bei höheren Summen) über sein Bankkonto ausgezahlt. Wer online mitzockte, muss die Auszahlung über den Internethändler abwickeln – wobei einige Vermittler kleine Gewinne unter 50 Euro nicht auf Auslandskonten zahlen. Wurde im Spanienurlaub persönlich ein Glückslos erworben, muss auch der Gewinn wieder vor Ort eingelöst werden. Übrigens: Drei Monate nach der Ziehung verfällt der Gewinn.

Worauf muss sonst noch achten? Vor allem beim Loskauf im Internet ist Vorsicht geboten, da schwarze Schafe unterwegs sind und auch gefälschte Lose angeboten werden. Lottowebseiten sollten verschlüsselt und zertifiziert sein (also mit https beginnen sowie das Schloss-Sicherheitssymbol anzeigen) und sichere Zahlungen ermöglichen. Kommissionen für den Onlinekauf wie für die Gewinnauszahlung sollten transparent dargestellt werden – im Zweifel nachfragen oder nach Erfahrungen anderer Kunden suchen.

Überraschende Gewinnnachrichten per Email oder Handy-Kurznachrichtendienst sind sorgfältig zu prüfen: Die Behörden warnen, dass Kriminelle in der Weihnachtszeit falsche Prämienmeldungen versenden. Sie fordern dann die Vorabzahlung von hohen Verwaltungsgebühren oder erschleichen sich Kontodaten und verschwinden dann. Ralph Schulze

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