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Allerheiligen_Kastanien

Kastanienfest zu Allerheiligen in Spanien: Vor allem in Galicien und Asturien werden an dem Feiertag Kastanien geröstet.

SPANIEN LIVE Bräuche – Wenn in Spanien an Allerheiligen, der landesweit Feiertag ist, der Toten gedacht wird, geht es keineswegs immer traurig zu: Mancherorts wird der christliche Festtag sogar mit ausgesprochen guter Laune, witzigen Bräuchen und nächtlichen Fiestas gefeiert. Es gibt wie überall Blumen für die Gräber, aber auch Musik, Tanz, Karneval und viel gutes Essen.

So geschieht zum Beispiel am 31. Oktober, einen Tag vor Allerheiligen, in der südspanischen Stadt Cádiz ziemlich Seltsames in den Markthallen: Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch werden bunt kostümiert und humorvoll in Szene gesetzt.

Schweinchen als Supermann, Fische als Schlachtenbummler - Die Marktleute in Cádiz kostümieren ihre Waren am Verkaufsstand

Dann starren als Supermann verkleidete Schweinchen von der Wursttheke die Käufer an. Fische sind maskiert als Schlachtenbummler des heimischen Fußballklubs. Und fröhliche Männchen mit Orangen- oder Kaki-Gesichtern schauen hinter den Obstauslagen hervor.

Vielerorts wird aus der merkwürdigen Verkleidungsaktion fast wie im Karneval ein Wettbewerb, in dem die aufgebauten Markt-Szenerien lokale Politiker und aktuelle Ereignisse satirisch aufs Korn nehmen. Trauerbewältigung auf Spanisch.

In der Küche und am Esstisch macht sich Allerheiligen („todos los santos“) in Cádiz wie auch anderswo in Spanien ebenfalls bemerkbar: Man isst viele Krapfen (buñuelos). Oder süße „Heiligenknochen“ („huesos de santo“) aus Marzipan, gefüllt mit zuckersüßem Eigelb.

Vielerorts werden die Toten mit einem Kastanienfest geehrt  - An keinem Tag im Jahr werden so viele Blumen verkauft wie an Allerheiligen

Natürlich ist es auch Tradition in Spanien, am Allerheiligentag die Gräber der verstorbenen Familienangehörigen zu schmücken und zu besuchen. An keinem Tag werden mehr Blumen verkauft als am 1. November. Die Friedhöfe gleichen einem Blumenmeer.

In der spanischen Hauptstadt Madrid befindet sich einer der größten Friedhöfe Europas. Das riesige Gräberfeld mit dem Namen La Almudena erstreckt sich im Osten der Stadt über 120 Hektar, was etwa ebenso vielen Fußballfeldern entspricht. Auf dem 1884 eröffneten und immer wieder erweiterten Friedhof liegen die sterblichen Überreste von etwa fünf Millionen Menschen.

In Spanien muss die Asche der Verstorbenen übrigens nicht zwangsläufig auf einem Friedhof bestattet werden. Im Gegensatz zu Deutschland bleibt es in Spanien den Angehörigen überlassen, ob sie die Urne auf dem Friedhof beisetzen oder nicht. Immer mehr Menschen in Spanien nehmen die Urne des Verstorbenen mit nach Hause, verstreuen die Asche dann irgendwo in der Natur, im Meer oder auch im eigenen Garten – und dies ist ganz legal. 

Am Heiligentag spielen die um diese Zeit reifenden Kastanien vielerorts eine große Rolle. In der spanischen Region Galicien feiert man zum Beispiel zwischen dem 31. Oktober und dem 11. November in vielen Dörfern das Kastanienfest. Dann werden bergeweise Kastanien geröstet und - begleitet von frisch gekeltertem Wein - verspeist. Auch Musik, Volkstänze und Gesang gehören dazu.

In der galicischen Nachbarregion Asturien treffen sich in der Nacht zu Allerheiligen allerorten die Familien am Lagerfeuer und rösten die frischen Kastanien für die Lebenden und auch für die Toten. Alles, was vom Rost herunterfällt, lässt man liegen - als Gabe für die Verstorbenen. Ralph Schulze

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