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Verkehr_MadridIn der spanischen Hauptstadt Madrid herrscht oft dicker Verkehr. Die beste Überlebensregel lautet, sich an den Verkehrsfluss anzupassen. (Bild: SpanienLive.com)

SPANIEN LIVE Service „Verkehrsregeln sind dazu da, übertreten zu werden“, mit diesem Kampfruf scheinen sich viele Fahrer in Spanien ans Steuer zu setzen. Man hat schnell den Eindruck, als wäre unnötiges Hupen, das Parken in zweiter Reihe, das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit und das rechts Überholen auf Autobahnen in Spanien der Normalfall, so oft erlebt man das. Dabei sind die Verkehrsregeln denen in Deutschland, der Schweiz und Österreich eigentlich ziemlich ähnlich - das gilt auch für die Alkoholgrenze in Spanien. Trotzdem sollten sich Touristen, die mit ihrem eigenen Wagen oder einem Mietwagen nach Spanien kommen, mit den Besonderheiten des spanischen Verkehrs vertraut machen.

Das wichtigste zuerst: Auf spanischen Autobahnen gilt für Pkw eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern. Auf Schnellstraßen darf höchstens 100 gefahren werden, auf Landstraßen 90 und in der Stadt maximal 50.

Das schnelle Fahren, sich durch die Kolonnen schlängeln, rechts die Vespa und links das Motorrad beachten und gleichzeitig die Präferenz der städtischen Busse im Blick haben, das alles kann die Autobenutzung in spanischen Städten ziemlich anstrengend machen.

Die beste Grundregel im Gewühl lautet: Man sollte sich dem Verkehrsfluss anpassen, aber auf alles Mögliche und Unmögliche gefaßt sein.

Autofahrer - Achtung bei Zebrastreifen: Das Anhalten, wenn Personen auf das Überqueren der Fahrbahn warten, ist zwar vorgeschrieben und wünschenswert, aber nicht so üblich wie in der Heimat. Es ist auch nicht unbedingt üblich, zu schnell zu bremsen, wenn die Ampel von Grün auf Gelb springt. Also besser den nachfolgenden Verkehr im Auge behalten, wenn man an Überwegen und Ampeln heftig auf die Bremse tritt.

Auch in Spanien drohen jenen hohe Strafen, die beim Verletzen der Verkehrsregeln erwischt werden. Wegen der allgemein verbreiteten Rücksichtslosigkeit auf den Straßen sind die Strafen verschärft worden – was allerdings dadurch gemildert wird, dass man bei sofortiger Zahlung oder Begleichung Rabatt genießt.

Mit den Strafen wird versucht, die Fahrer weiter zu disziplinieren und den positiven Trend der sinkenden Zahl der Verkehrsopfer fortzusetzen. Auch bessere Straßen, die teils subventionierte Erneuerung des recht veralteten Fuhrparks und drastische Kampagnen zur Verkehrserziehung bleiben nicht ohne Wirkung. Trotzdem sorgen regelmäßig schwere Verkehrsunfälle mit oft mehreren Toten für Schlagzeilen – meist spielen dabei Rasen und Alkohol eine Rolle.

Autofahrer müssen heute auch im Rotweinland Spanien allerorten mit Alkoholkontrollen rechnen.

Betrunkenen Wagenlenkern drohen saftige Strafen. Die Alkoholgrenze liegt in Spanien wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei 0,5 Promille. Ab 1,2 Promille drohen drei bis sechs Monate Gefängnis, aber Gefängnisstrafen bis zu sechs Monaten verbüßt normalerweise nur, wer vorbestraft ist.

Auch in Spanien gibt es ein Punktesystem. Allerdings funktioniert es umgekehrt als etwa in Deutschland. In Spanien hat man 12 Punkte auf dem Konto und verliert mit jedem ernsten Regelverstoß Punkte – bis der Führerschein weg ist.

Wer beim Fahren das Navigationssystem manipuliert, mit dem Handy telefoniert (erlaubt ist nur per Freisprechanlage), mit unleserlichem Nummernschild fährt oder sich nicht anschnallt, muss mit saftigen Strafen und Punkten rechnen. Ähnliches blüht für jene, welche die Vorfahrt nehmen oder eine rote Ampel, ein Stoppschild oder einen Polizisten übersehen. Tempoexzesse werden ebenfalls streng geahndet.

Beim Spurwechsel sollten Autofahrer natürlich wie zu Hause den Blinker setzen, auch wenn viele Spanier dies gerne vergessen. Außerdem besteht eine Warnwesten-Pflicht für alle Halter von Kraftfahrzeugen. Wer bei einer Panne ohne reflektierende Warnweste am Straßenrand steht, wird von der Polizei zur Kasse gebeten. Auch Abschleppen auf eigene Faust ist untersagt.

Die Schutzweste sollte man also unbedingt dabei haben, wenn man in Spanien unterwegs ist.

Bei Mietwagen empfiehlt sich, bei der Übernahme zu prüfen, ob eine Weste im Wagen liegt. Wenn nicht, sollte dies beim Vermieter reklamiert werden.

Wer sein Fahrzeug am Straßenrand abstellt, darf nicht pingelig sein. Es gilt in Spanien das sogenannte Kontaktparken: Man rangiert solange hinten und vorne gegen die Stoßstangen der anderen Fahrzeuge, bis man rein- oder rauskommt. Darüber regt sich kaum jemand auf. Gelb markierte Bordsteine bedeuten absolutes Halteverbot, grüne oder blaue Markierungen kostenpflichtiges Parken.

Wer als ausländischer Urlauber sich eines Vergehens schuldig macht und von einem Polizisten erwischt wird, wird möglicherweise zur sofortigen Zahlung genötigt. Falls man nicht genug Bargeld dabei hat, begleiten die Ordnungshüter einen unter Umständen auch zum Geldautomaten. Oder drohen im schlimmsten Falle sogar mit der Beschlagnahme des Fahrzeugs.

Auch wenn man nicht auf frischer Tat ertappt wird, können Überraschungen im Briefkasten landen.

Deutschland, Österreich und Spanien haben den EU-Rahmenbeschluss umgesetzt, nach dem in Spanien oder anderen EU-Ländern begangene Verkehrsübertretungen daheim kassiert werden können. Punkte in Flensburg oder im österreichischen Führerscheinregister bekommt man (noch) nicht.

Im Baskenland ist für die Verkehrsüberwachung die Ertzaintza zuständig, in Navarra die Policía Foral, in Katalonien die Mossos d’Esquadra. Außerhalb dieser drei autonomen Regionen sind in Spanien drei Polizeieinheiten unterwegs. Für den Verkehr auf Autobahnen und auf dem Land ist die kasernierte Polizei Guardia Civil zuständig.

In den Städten regelt die Policía Local den Verkehr. Dann gibt es noch die Policía Nacional, die mit Verkehrsangelegenheiten nichts zu tun hat, aber natürlich weiterhilft, falls man sich als Tourist an sie wendet. Der allgemeine Notruf ist 112 – dort stehen auch Dolmetscher zur Verfügung.

Es gibt in Spanien kein generelles Sonntagsfahrverbot für Laster, außer im Baskenland. Und Lkw dürfen eigentlich nur 90 fahren auf Autobahnen. Weshalb man dann trotzdem von Lastern überholt wurde, wenn man selbst 110 fährt, gehört eben zu den Eigenheiten im spanischen Fahrverhalten.

Noch ein Tipp: Die Anreise nach Spanien ist, wenn man Benzin, Maut und Übernachtungskosten einrechnet, mit dem Flugzeug unter Umständen günstiger als im eigenen Fahrzeug. Auch Mietwagen in Spanien müssen nicht viel kosten – hier können Sie die Mietwagenpreise vergleichen. Ck/red

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