Taxis_in_Madrid_

Hallo Taxi! Manchmal drängeln sich die Droschken am Straßenrand, zu anderen Zeiten gibt es dann plötzlich keinen einzigen freien Wagen. (Bild: SpanienLive.com)

SPANIEN LIVE Service – Unter den Taxifahrern in Spanien findet man so ziemlich alle Menschentypen: Es gibt freundliche, gepflegte, schweigsame Droschkenkutscher und manchmal auch das genaue Gegenteil. Fast ausschließlich handelt es sich um Berufsfahrer, denen das Taxi meist selbst gehört, und nicht um Studenten, die stundenweise für eine Firma arbeiten, wie etwa in Deutschland. Die Tarife sind meist günstiger als in der Heimat.

Am Wochenende, an Feiertagen und nachts gelten höhere Tarife. Diese sind nach Regionen ziemlich unterschiedlich. Unterschieden wird auch zwischen Orts- und Überlandfahrten.

Aufkleber an der Taxischeibe informieren über Grundpreis, Tarife und Zuschläge – Auch die Lizenz des Fahrers sollte sichtbar sein

Über Aufpreise bei Flugplätzen, Bahnhöfen, Häfen oder Messegeländen, auch für Wartezeiten und Gepäckstücke, informieren üblicherweise Aufkleber auf Spanisch und Englisch an den Fensterscheiben. Ebenso über den Grundpreis, der beim Einsteigen fällig wird. Die Fahrer (und wenigen Fahrerinnen) sollten durch Foto und Namen an der Windschutzscheibe zu identifizieren sein.

Für das Trinkgeld rundet man nur ein wenig auf, eine Quittung heißt „recibo“. Wenn man über Land fährt oder die Stadt verlässt, machen Hinweisschilder am Straßenrand auf die Änderung der Tarifzone aufmerksam.

Der Kunde kann die Taxis auf der Straße anhalten, wenn sie ein grünes Licht zeigen, oder sich zu einem Taxistand begeben. Oder es wird telefonisch oder online ein Wagen bestellt, was in der Regel mit einem höheren Grundpreis zu Fahrtbeginn bezahlt wird. Für kleine Transporte kann man sich ein sogenanntes Eurotaxi rufen, muss aber sagen, was man transportieren will, da diese Taxis in erster Linie für Rollstuhlfahrer gedacht sind.

Wer im Taxi persönliche Dinge verliert, erhält sie mit Glück später über das städtische Fundbüro oder sogar vom Taxifahrer persönlich zurück

Die Taxifahrer sind in den meisten Fällen zuverlässig. Falls man etwas liegen lässt im Taxi, erhält man es mit Glück über das Fundbüro oder sogar vom Taxifahrer persönlich zurück. Manch einem wurde auch der Mantel oder das Handy nachträglich in die Wohnung gebracht, als er diesen noch gar nicht vermisst hatte.

Man hört aber leider auch von „schwarzen Schafen“, die etwa eine vom Fahrgast im Wagen gelassene Geldbörse samt Barschaft einkassieren und sich später an nichts erinnern wollen. Doch solche Gauner, die man in Spanien „chorizos“ nennt, gibt es wohl überall und wohl in jedem Land - entsprechende Umsicht ist deswegen natürlich stets geboten.

Von einigen Flugplätzen wie etwa dem Madrider Airport oder von Flughafen auf Mallorca kommen ab und zu negative Berichte über sogenannte Piratentaxis, die überhöhte Preise kassieren und Kunden außerhalb der wartenden Taxischlangen abfangen. Darauf sollte man sich lieber nicht einlassen.

Gegen die Konkurrenz durch Piraten protestieren auch immer wieder die Taxikollektive auf den Kanaren und den Balearen. Auf den bei Touristen besonders beliebten Inseln kommt es in den Sommermonaten gerade nachts, wenn die Leute ausgehen oder in die Diskos wollen, zu enormen Engpässen. Das lockt illegale Fahrer, die mit ihren Privatautos schnelles Geld verdienen möchten.

Wenn man sich schlecht behandelt oder betrogen fühlt, sollte man sich ohne Umschweife beschweren  - Für den Protest gibt es sogar Formulare

Auch gibt es bei den Verbraucherzentralen zuweilen Beschwerden über „kreative Fahrpreisgestaltung“. Wer sich betrogen fühlt, sollte immer eine Quittung verlangen, damit die Klage bei der örtlichen Verbraucherschutzstelle auch untermauert werden kann. Taxifahrer müssen zudem theoretisch Beschwerdeformulare („hojas de reclamación“) mitführen und diese dem Fahrgast bei Bedarf aushändigen.

In einigen Städten gelten für die Fahrt vom Flughafen Mindest- und Einheitstarife: So lag etwa vom Flughafen Madrid aus der Mindesttarif für eine Fahrt im Jahr 2017 bei 20 Euro – eine Kurzstrecke von wenigen Kilometern, die am Flughafen Madrid beginnt, kann also vergleichsweise teuer sein. Ab einer Strecke von zehn Kilometern wird dann wie üblich mit dem Taxameter abgerechnet.

Für die Fahrt vom Flughafen in die Madrider City (innerhalb der Stadtautobahn M-30) oder die Strecke von der City zum Airport galt 2017 ein fester Tarif von 30 Euro. Unabhängig von der Uhrzeit, dem Wochentag oder der Personenzahl. Liegt das Ziel bei Abfahrt vom Flughafen nicht in der Innenstadt, wird der Preis nach den üblichen Tarifen und per Taxameter berechnet.

In Barcelona galt im Jahr 2017 ein Festtarif für die Fahrt vom Airport zum Kreuzfahrthafen in Höhe von 39 Euro.

Wer sich mit sehr viel Gepäck, Kinderwagen und Großfamilie in ein Taxi zwängen will,  kann schon mal Ärger mit dem Fahrer bekommen, der nicht in jedem Falle Lust hat, seinen Wagen bis unters Dach vollzuladen. Manche Taxifahrer verlangen dann, dass zwei Wagen genommen werden.

Ob immer der kürzeste Weg gefahren wird, beunruhigt gerade die der Sprache nicht mächtigen Touristen. Sicher gibt es Fälle, wo ein Schlitzohr die offensichtliche Unkenntnis der Lage ausnutzt. Man sollte aber mit seinem Urteil vorsichtig sein, denn die in spanischen Städten sehr verbreitete Verkehrsführung durch Einbahnstraßen zwingt oft zu Umwegen und dem langwierigen Einkreisen des Ziels.

Hinten einsteigen: Der Beifahrersitz im spanischen Taxi ist  üblicherweise für die Butterbrotdose oder die Tageszeitung des Fahrer reserviert

Übrigens: Wenn man alleine oder nur zu zweit in ein Taxi einsteigt, setzt man sich üblicherweise auf die Rückbank. Der Beifahrersitz ist in der Regel für die Butterbrotdose oder Tageszeitung des Fahrers reserviert und sollte erst eingenommen werden, wenn es hinten, im Wagenfond, keinen Platz mehr gibt.

Neuerdings bekommen die offiziellen Taxis, wie in allen Ländern, auch durch private Fahrdienste wie Uber oder Cabify Konkurrenz. Diese Dienste sind bisher (Stand 2017) aber nur in wenigen großen Städten operativ. Aktuelle Infos zu den Fahrdiensten gibt es im Internet oder über die entsprechenden Apps.

Auch die offiziellen Taxis kann man vielerorts inzwischen bequem per Internet oder App bestellen.

Zum Schluss noch ein Tipp: Von den meisten großen Flughäfen wie etwa jenem vor den Toren Madrids gibt es auch gute und günstige Nahverkehrsverbindungen. Ck/red