Warndreieck_Verkehrsregeln_Spanien_

Gut gerüstet für den Spanien-Urlaub? Ein stabiles Warndreieck (noch besser zwei) und eine Warnweste gehören ins Autogepäck. (Bild: tüv)

SPANIEN LIVE Service – Die meisten Verkehrsregeln in Spanien unterscheiden sich nicht wesentlich von jenen in den deutschsprachigen Ländern. Aber einige Bestimmungen sind doch etwas anders. Ganz abgesehen von der Disziplin auf spanischen Straßen, die zu wünschen übrig lässt. Die Lage bessert sich aber, seit die Polizei schärfer kontrolliert. Verkehrssündern drohen harte Strafen. SPANIEN LIVE hat die wichtigsten spanischen Verkehrsregeln zusammengestellt.

Abschleppen: Wer mit einer Panne liegen bleibt, darf sich nicht durch ein anderes Auto abschleppen lassen. Man muss immer einen Abschleppdienst rufen, dessen Service in Spanien üblicherweise in der Autoversicherung eingeschlossen ist.

Alkohol: Der Alkoholgrenzwert liegt bei 0,5 Promille im Blut und 0,25 Promille im Atem. Für Fahranfänger (weniger als zwei Jahre im Besitz einer Fahrerlaubnis) beträgt der Grenzwert 0,3 Promille im Blut und 0,15 Promille in der Atemluft.

Ausrüstung: Zwei Warndreiecke, wenn der Wagen in Spanien zugelassen ist. Es reicht ein Warndreieck für Fahrzeuge mit ausländischer Zulassung. Verbandskasten und Feuerlöscher sind keine Pflicht. Wohl aber eine Warnweste wenigstens für den Fahrer, welcher dieser außerhalb geschlossener Ortschaften bei Panne oder Unfall auch anziehen muss. Ein Reservereifen oder ein Reifenreparaturset muss ebenfalls an Bord sein.

Drogen: Wer sich nach Drogenkonsum ans Steuer setzt und erwischt wird, muss wie beim alkoholisierten Fahren mit hohen Geldstrafen rechnen. Der bloße Nachweis von Drogen im Körper reicht für die Bestrafung aus; es gibt also keine Grenzwert-Regel.

Fahrradfahrer: Für Fahrradfahrer gilt außerhalb von Ortschaften Helmpflicht. Auf Landstraßen ist bei Dämmerung und Dunkelheit zudem reflektierende Kleidung oder eine Warnweste vorgeschrieben. 

Innerhalb von geschlossenen Ortschaften besteht Helmpflicht für Radfahrer unter 16 Jahren, für alle anderen wird der Schutzhelm empfohlen. 

Auf Landstraßen dürfen zwei Radfahrer nebeneinander fahren. Ob dies angesichts der Rücksichtslosigkeit vieler Autofahrer ratsam ist, bleibt dahingestellt.

Grundsätzlich sollten Fahrradfahrer in Spanien besonders vorsichtig sein, da sie immer noch als Exoten auf den Straßen gelten und viele Autofahrer nicht an radelnde Verkehrsteilnehmer gewöhnt sind. Gerade auf Mallorca, wo sich viele Touristen aufs Rad schwingen, geschehen immer wieder schwere Unfälle.

Autofahrer müssen beim Überholen von Radfahrern einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Meter einhalten. Beim Überholmanöver dürfen die Autos ausnahmsweise die durchgehende weiße Linie überfahren, aber nur soweit der Gegenverkehr nicht gefährdet wird.  

Geschwindigkeit: Es gilt normalerweise Tempo 50 innerhalb von Orten und Städten. Auf schmaleren Landstraßen darf 90 gefahren werden, wenn die Landstraße gut ausgebaut ist (mit einem Seitenstreifen von wenigstens 1,50 Meter) auch 100. Auf Autobahnen liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 120 Stundenkilometern. Die jeweils maximale Geschwindigkeit wird stets durch Schilder angezeigt. Für Wohnmobile, Autos mit Anhänger und Lkw gelten auf Autobahnen Tempo 90, auf ausgebauten Landstraßen 80 und auf schmalen Landstraßen 70.

Gurte und Kindersitze: Natürlich besteht für Fahrer wie alle Beifahrer Anschnallpflicht. Alle Kinder, die kleiner als 1,35 Meter oder jünger als 12 Jahre sind, müssen in einem speziellen Kindersitz reisen und hinten sitzen, wenn dort Platz ist.

Handy: Mobiltelefone dürfen während der Fahrt nicht benutzt werden, es sei denn, es wird zum Telefonieren eine fest eingebaute Freisprechanlage verwendet.

Licht: Abblendlicht am Tag ist für Autos nicht vorgeschrieben. Es wird jedoch von den spanischen Straßenverkehrsbehörden zunehmend empfohlen, vor allem auf Landstraßen, an bedeckten Tagen und in der dunkleren Jahreszeit.

Papiere: Das Mindestalter für Autofahrer in Spanien beträgt 18 Jahre. Jeder Fahrer ist verpflichtet, Führerschein, Fahrzeugpapiere und Versicherungsdokumente mit sich zu führen. In Spanien zugelassene Fahrzeuge müssen auch den Bericht des TÜV, der in Spanien ITV heißt, mitführen.

Urlauber aus EU-Ländern können problemlos mit ihren heimischen Führerscheinen in Spanien fahren.

Für Auslandsresidenten in Spanien gelten spezielle Regeln: Sie müssen grundsätzlich - wie spanische Autofahrer - regelmäßig den im Land vorgeschriebenen Gesundheitstest machen. Das ergibt sich aus der Regel, dass alle ausländischen Führerscheinbesitzer mit Wohnsitz in Spanien unter das spanische Führerscheingesetz fallen. Das bringt auch mit sich, dass ausländische Residenten-Fahrerlaubnisse bei Verkehrsverstößen mit Strafpunkten belastet oder sogar eingezogen werden können.

Zudem ist für Residenten zu beachten: Inhaber von deutschen und österreichischen Führerscheinen, die noch über einen unbefristeten Führerschein verfügen, müssen diesen bei der zuständigen spanischen Straßenverkehrsbehörde (Jefatura de Tráfico) in einen spanischen Führerschein umtauschen. EU-Führerscheine mit einer befristeten Gültigkeitsdauer von 15 Jahren müssen erst nach Ablauf der 15-jährigen Gültigkeitsdauer in einen spanischen Führerschein umgetauscht werden.

Um Probleme mit der spanischen Polizei zu vermeiden, wird jedoch von den Botschaften empfohlen, dass dauerhaft in Spanien wohnende Bürger ihre Fahrausweise freiwillig in einen spanischen umtauschen. Schweizer Spanien-Residenten sollten ihren Führerschein spätestens nach einem halben Jahr in einen spanischen umtauschen.

Parken: Das Parken ist durch Park- und Halteverbotsschilder geregelt. Zudem gibt es zuweilen gelbe Markierungen am Fahrbahnrand, die ebenfalls ein Parkverbot signalisieren. Bei blauen Linien muss man an einem Automaten Parkgebühren bezahlen. Grüne Markierungen bedeuten Anwohnerparken, dort kann aber ebenfalls oft zu bestimmten Zeiten mit bezahltem Parkschein geparkt werden kann. Inzwischen gibt es auch Handy-Applikationen über die man die Parkgebühren in blauen oder grünen Zonen bezahlen kann.

Radar: Die meisten Radarfallen sind fest installiert, werden oft sogar vorher durch Schilder („Control de velocidad“) angezeigt. Viele Navigationsgeräte signalisieren diese fest installierten Radarkameras, deren Standorte zudem auf der Homepage der spanischen Verkehrsbehörde DGT abgefragt werden können. Aber es gibt auch mobile Radarmessungen, die von fahrenden oder geparkten Zivilwagen der Polizei vorgenommen werden.

Strafen: Bußgelder und Strafen für Alkohol-, Tempo-, Gurt und Handysünder sind hoch, bei schwerwiegenden Regelverstößen kann sogar (auch von Touristen) der Führerschein einkassiert werden. Auch Falschparker müssen inzwischen mit saftigen Strafzetteln rechnen. Wer innerhalb von 20 Tagen bezahlt, bekommt 50 Prozent Strafrabatt.

Urlauber, die auf frischer Tat ertappt werden, müssen unter Umständen gleich bezahlen. Soweit die Personalien des ausländischen Fahrers bekannt sind, können spanische Strafgelder inzwischen auch im Ausland, als z.B. in Deutschland, eingetrieben werden. Soweit die Polizei nur die Autonummer hat, kommt man eventuell ungeschoren davon, da es noch beim internationalen Datenaustausch hakt. Strafpunkte bekommen derzeit nur Autofahrer mit Wohnsitz in Spanien.

Überholen: Auf mehrspurigen Schnellstraßen und Autobahnen darf nur links und nicht rechts überholt werden. Aber Vorsicht: Viele Autofahrer halten sich leider nicht daran. Natürlich muss bei jedem Überholvorgang der Blinker gesetzt werden, auch wenn dies recht nachlässig gehandhabt wird.

Vorfahrt: An allen Straßen, sogar an kleinen Nebenstraßen und Fahrwegen, sollten eigentlich Schilder stehen, welche die Vorfahrt regeln. In der Praxis findet man aber auf kleineren vorfahrtberechtigten Straßen oftmals keine Vorfahrtschilder, sondern nur an den untergeordneten Straßen die entsprechenden Stop- oder Vorfahrt-gewähren-Schilder, die man dann nur von hinten sieht und entsprechend interpretieren muss.

Auch der Kreisverkehr ist üblicherweise durch Verkehrsschilder geregelt, und zwar meist in dem Sinne, dass derjenige Fahrer Vorfahrt hat, der sich bereits im Kreisverkehr befindet.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, auch bei Vorfahrt die Augen aufzuhalten!

Weitere Informationen zu den spanischen Verkehrsregeln und Sitten auf den Straßen finden Sie hier. red