Jugendarbeitslosigkeit und Emigration

"Wir gehen nicht, sondern sie werfen uns raus", lautet der Protestslogan der Initiative "Jugend ohne Zukunft", in der sich junge Spanier organisiert haben. (Bild: JSF)

SPANIEN LIVE - 08.09.2015 - „Wir müssen zwischen Arbeitslosigkeit, Unsicherheit oder Exil wählen“, beschreibt die spanische Studentin Ema Zelikovitch die Lage vieler junger Leute in Spanien, die nach ihrer Ausbildung auf der Straße stehen. „Das schlimmste an dieser Situation der jungen Generation sind jene Verzweiflung und Enttäuschung“, die aufkommen, wenn das Studium abgeschlossen sei, sich ein großes Loch auftue und anscheinend alle Mühe umsonst war.

Hay_que_andar

„Wir wolle eine Chance haben“: David Correa, Alejo Rodríguez und Txetxu González. (Bild: hayqueandar)

SPANIEN LIVE - 28.06.2013 - Sie waren nach dem Studium arbeitslos, frustriert, ohne Perspektive. Deswegen beschlossen sie, ihre sieben Sachen zu packen. Und - ganz wie früher die Handwerksgesellen - mit dem Rucksack auf Wanderschaft zu gehen. „Wir wollen beweisen, dass die spanische Jugend Initiative hat und nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher rumhängt“, sagen die drei jungen Spanier aus der Region Galicien, welche wochenlang zu Fuß durch das spanische Königreich zogen.

Fatima_Banez

„Von der Jungfrau kommt immer Hilfe.“ Ministerin Fátima Báñez hofft auf Jobwunder. (Bild:gob)

SPANIEN LIVE - 24.05.2013 - Sie hat eines der wichtigsten Ministerien in der spanischen Regierung unter sich: Fátima Báñez ist Spaniens Arbeitsministerin und ihr Auftrag lautet, die horrende Arbeitslosigkeit im spanischen Königreich zu bekämpfen: Mehr als 27 Prozent der aktiven Bevölkerung sind im Frühjahr 2013 ohne Job, bei den unter 25-Jährigen sind es sogar 57 Prozent - nur in Griechenland sieht es noch ähnlich katastrophal aus.

Arbeitslos

Protest: „Ihr raubt uns die Zukunft.“ Spaniens Jugend will sich mit der Misere aber nicht abfinden. (Bild: privat)

SPANIEN LIVE - 21.03.2013 - In Spanien wird sie die „Generation Null“ genannt. Gemeint ist die breite Schicht der perspektivlosen jungen Spanier ohne Job, weil sie „Null Einnahmen“, „Null Arbeitschancen“ und „Null Hoffnung“ haben. Nun will das Königreich mit einem milliardenschweren Beschäftigungspaket gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit kämpfen. Der konservative spanische Regierungschef Mariano Rajoy kündigte einen Aktionsplan an, mit dem rund eine Million beschäftigungslose junge Spanier von der Straße geholt werden sollen.

Jugendarbeitslosigkeit_

Jugendarbeitslosigkeit in Spanien: Viele junge Spanier stehen nach der Schule und der Ausbildung auf der Straße. (Bild: eu)

SPANIEN LIVE - 15.08.2012 - In Spanien lässt die hohe Jugendarbeitslosigkeit hunderttausende Jugendliche ohne Perspektive. „Es ist eine Schande“, sagt Pablo, „dass die gute ausgebildete junge Generation in Spanien keine Zukunft hat.“ Und wer von den jungen Leuten einen Job finde, müsse sich mit „kümmerlichen Löhnen“ von ein paar hundert Euro abfinden. Oder mit „Müll-Verträgen“, die nur für ein paar Monate gelten und dann mit Glück verlängert werden. „Viele haben keine andere Wahl, als ins Ausland zu gehen, um ihr Brot zu verdienen“. Auch Pablo, ein 24-jähriger Tourismusfachmann aus der spanischen Hauptstadt Madrid, will seinem Land den Rücken kehren.

Maria_Ochoa_

Spaniens Zukunft: Die Studentin Maria Ochoa aus Pamplona. Auch sie will im Ausland einen Job suchen. (Bild: spb)

SPANIEN LIVE - 10.07.2012 - „Vor allem die schlechte Arbeit der spanischen Regierungen ist schuld an der Krise“, meint Maria Ochoa auf dem Campus der Universität Complutense in spanischen Hauptstadt Madrid. „Aber auch die Banken und die Gesellschaft, die über ihre Verhältnisse gelebt hat, haben zur aktuellen Situation beigetragen.“ Die 22 Jahre alte Studentin gehört zu jener jungen, verzweifelten Generation ohne Zukunft in Spanien, die am meisten unter der Krise leidet.

Au-pair_Jennifer_Kohel

„Leider haben die Au-pairs ziemlich häufig Probleme mit den Gastfamilien.“ Jennifer Kohel hatte aber Glück und fühlte sich wohl. (Bild: Kohel)

 

 

 

 

SPANIEN LIVE - Als Au-pair in Spanien hat man es manchmal nicht leicht. Gerade viele deutsche Au-pairs kommen mit ihren Gastfamilien häufig nicht klar. Was man machen kann, wenn unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen und warum sich das Au-pair-Leben trotzdem lohnt, erklärt das ehemalige Au-pair Jennifer Kohel im Interview mit dem europäischen Studentenportal Planet-BPM. Jennifer Kohel war als Au-pair in Madrid.

Arbeitszeiten und Siesta in Spanien

Viel Arbeit, wenig Schlaf: Spaniens Arbeitnehmer sitzen viel Zeit im Büro ab, trotzdem hinkt die Produktivität hinterher. (Bild: eu)

SPANIEN LIVE Service - Wann schlafen die Spanier eigentlich? Nachts jedenfalls so wenig wie keine andere Nation. Auch die Arbeitszeiten sind rekordverdächtig. Wenn auch oftmals unterbrochen von einer langen Mittagspause. Womöglich noch mit einer „Siesta“ - einem Mittagsschlaf (der freilich auch im modernen spanischen Arbeitsleben meist nicht mehr möglich ist) oder wenigstens einer Ruhezeit nach dem Mittagsmahl. Mit der langen Unterbrechung zur Mittagsstunde soll nun Schluss sein: Arbeitsmediziner wollen die Spanier früher ins Bett schicken und den Arbeitstag straffen.

Arbeitsmarkt_in_Spanien

„Müllverträge“: Wer eine feste Arbeit in Spanien hat, kann sich glücklich schätzen. Bei vielen Jobs gibt es nur Zeitverträge ohne Sicherheit. (Bild: ar)

SPANIEN LIVE - 23.02.2012 - Der Albtraum der schlimmsten Jobkrise der Geschichte scheint in Spanien nicht zu enden: Nirgendwo in Europa werden so viele Arbeitsplätze zerstört wie in Spanien, im Jahr 2011 allein 600.000; in 2012 wird es wohl kaum besser sein. Nun soll eine Arbeitsmarktreform den Kahlschlag stoppen und für neue Beschäftigung sorgen. Wichtigstes Werkzeug der Arbeitsmarktpolitik ist dabei die Lockerung des Arbeitsrechtes, womit Kündigungsschutz, Lohnabsprachen und Tarifverträge aufgeweicht werden.