Generalstreik

Aufruf zum Streik: Auch Angela Merkel wird in Spanien gerne zum Sündenbock der Krise gemacht. (Bild: ar)

SPANIEN LIVE – 14.11.2012 – „Geschlossen, Generalstreik“, steht auf den rot-weißen Schildern, die auf den Schaufensterscheiben vieler Geschäfte in der Madrider City prangen. Seit dem frühen Morgen zogen Gewerkschafter durch das Zentrum der Hauptstadt, beklebten Ladentüren mit Streikaufrufen. Nicht selten wurden Geschäftsleute, die nicht freiwillig die Rollläden herunterließen, mit Beschimpfungen bedacht. „Ihr seid Komplizen der Regierung“, bekam ein Barbesitzer auf der Prachtallee „Paseo de Recoletos“ zu hören. „Streiken ist ein Recht, keine Pflicht“, antwortete er. Die Stimmung auf den Geschäftsstraßen war angespannt, doch die meisten Händler öffneten am Streiktag.

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Armenspeisung: Die Schlangen vor den Suppenküchen in Spanien werden immer länger. (Bild: ong)

SPANIEN LIVE – 29.10.2012 – „Spenden Sie für die Armen in Spanien“, bittet der Helfer, der mit der Sammelbüchse auf den Straßen der Madrider City unterwegs ist. Erstmals startet  das Rote Kreuz Spaniens, das früher vor allem Spendenkampagnen für hunger- und katastrophengeplagte Länder in der Dritten Welt betrieb, einen Hilfsaufruf für die spanische Bevölkerung. Die Not von Millionen Menschen im eigenen Land, das sich in einer tiefen Finanz- und Wirtschaftskrise befindet, sei inzwischen so groß, dass sie ohne humanitäre Hilfe nicht mehr über die Runden kommen.

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Brüche in der Freundschaft. Für die Kameras wird trotzdem gelächelt. (Bild: gob)  

SPANIEN LIVE – 24.10.2012 – An vielen spanischen Stammtischen weiß man schon länger, wer an der immer schlimmeren Euro-Krise schuld ist: „Alemania“ und „la Merkel“. Weil die deutsche Regierung mit ihrem „radikalen Spardiktat“, das sie in der EU durchsetze, den Aufschwung abwürge. Weil Berlin sich weigere, den klammen Krisenländern mit Euro-Bonds zu helfen, auch immer neue Reformbedingungen stelle. Und zudem die Not der Schuldenländer ausnutze, um sich am Geldmarkt zu Dumpingzinsen zu finanzieren.

Urkullu

Stolzer Baske Urkullu: Er will mit dem Baskenland den schottischen Weg gehen. (Bild: pnv) 

SPANIEN LIVE - 22.10.2012 - Die Schulden drohen Spanien zu erwürgen, mit der Wirtschaft geht es bergab - nun droht das Königreich auch noch auseinanderzufallen. In den nördlichen Regionen Katalonien und Baskenland wächst der Unabhängigkeitswille. Angefacht vom Beispiel Schottlands, wo in 2014 über eine Abspaltung von Großbritannien abgestimmt wird. Und auch vom Glauben, dass es in Krisenzeiten allein besser gehen könnte, als unter spanischem Dach. Spaniens konservative Regierung will von einem Abschied nichts wissen: Unabhängigkeitsreferenden wie in Schottland seien „nicht möglich“.

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Auf dem Weg in die Unabhängigkeit: Artur Mas will einen neuen Staat gründen. (Bild: CiU)

SPANIEN LIVE - 08.10.2012 - Es war mehr als ein Fußballspiel. Es war eine kalkulierte politische Machtdemonstration: Seit Ende der spanischen Franco-Diktatur 1975, in der die Katalanen und ihre Kultur brutal unterdrückt worden waren, hatte es im „Camp Nou“, dem Heimatstadion des FC Barcelona, nicht mehr einen solch vernehmbaren Ruf nach Unabhängigkeit gegeben. Nach einem eigenen katalanischen Staat, zu dem dann auch die Costa Brava gehören würde – und nach einem Abschied von Spanien.

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Mit der katalanischen Flagge für die Unabhängigkeit: Die Demo in Barcelona war die größte aller Zeiten. (Bild: acn)

SPANIEN LIVE - 12.09.2012 - „Unabhängigkeit“, skandieren die Menschen. „Katalonien ist nicht Spanien.“ Und: „Wir wollen einen eigenen Staat.“ Ein Meer katalanischer Fahnen wogte am 11. September, dem Regionalfeiertag „Diada“, in der Mittelmeer-Metropole Barcelona. Die katalanische Hauptstadt erlebte die größte Kundgebung für die Unabhängigkeit, welche diese nordspanische Region, zu der auch die Urlaubsküste Costa Brava gehört, je gesehen hat. Eine Aufsehen erregende Machtdemonstration, die signalisiert, dass das Krisenland Spanien alles andere als geeint ist und auseinanderfallen könnte.

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Staatslenker auf dem Sofa: Merkel und Rajoy bemühen sich um deutsch-spanische Freundschaft. (Bild: gob) 

SPANIEN LIVE – 06.09.2012 – Deutschland und Spanien feilen an den Beziehungen: Ein strahlend blauer Sommerhimmel empfing die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in der spanischen Hauptstadt Madrid. Auch Spaniens sonst so trüb ausschauender Regierungschef, der konservative Mariano Rajoy, rang sich ein Lächeln ab, als seine deutsche „amiga Angela“ zum bilateralen Krisengipfel eintraf. Obwohl Streit in der Euro-Krise die Harmonie zwischen den beiden stört, bemühten sich die beiden Konservativen, den deutsch-spanischen Schulterschluss zu inszenieren. Rajoy lobte „Alemania“ sogar kurz vor Merkels Landung als Vorbild: „Deutschland hat vieles sehr gut gemacht.“

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Flucht nach Spanien: Viele afrikanische Migranten warten jahrelang in Marokko auf eine Chance, um übers Mittelmeer zu kommen. (Bild: sc)

SPANIEN LIVE - 03.09.2012 - Spaniens historische Besitzungen an der marokkanischen Küste drohen zum Fluch zu werden. Menschenschlepper haben mehrere kleine spanische Inseln vor der nordafrikanischen Küste als Einfallstor für die illegale Einwanderung nach Europa entdeckt. Spanien versucht nun, durch eine harte Abschiebepolitik den Sturm afrikanischer Migranten auf seine Felsen-Kolonien im Mittelmeer zu stoppen.

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